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Zahl des Tages: The winner takes it all

Gerade einmal 100 Millionen Dollar ist das Web-Urgestein Myspace noch wert. Gegen den Aufsteiger Facebook hat das Portal keine Chance.

100 Millionen Dollar, mehr wollen Investoren Newscorp-Chef Rupert Murdoch nicht mehr für seine Online-Plattform Myspace zahlen. Das entspricht 1,66 Dollar für jeden der 60 Millionen Myspace-Nutzer - oder 33,33 Dollar für jede der drei Millionen Bands, die in dem sozialen Netzwerk registriert sind, das als Musikerplattform längst ein Nischendasein führt. Also ziemlich genau so viel wie 30 Musiktitel im Download kosten, oder near to nothing, wie Amerikaner sagen würden.

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Vor sechs Jahren, als Murdoch Myspace kaufte, hatte er noch fast das Sechsfache dafür hingeblättert. Aber damals sah das Web 2.0 eben noch ein bisschen anders aus: Myspace galt in den USA als unangreifbare Nummer Eins im sozialen Netz. Diese Rolle hat inzwischen der ewige Konkurrent Facebook übernommen: Jeder zehnte Erdenbürger ist inzwischen Facebook-Mitglied. Die Myspace-Gemeinschaft dagegen schrumpfte trotz des vielen Verlegergeldes von Jahr zu Jahr.

Tatsächlich hat Facebook seinen Rivalen erst vor drei Jahren überflügelt, als man mit 150 Millionen Usern erstmals mehr Mitglieder meldete als das Web-Urgestein. Seither geht es rasant abwärts für Myspace, das noch einmal mehr als die Hälfte seiner User verlor, und rasant aufwärts für Facebook, das seine Mitgliederzahl vervierfachte.

Stand heute: Marc Zuckerbergs soziales Netzwerk hat zehn Mal so viele Nutzer wie Myspace und ist heute 500 Mal so viel wert: Der Markt zahlt für einen Facebooker heute also 50 Mal so viel wie für einen Myspacer. Gefährlich werden kann der neuen Nummer Eins da höchstens noch das chinesische Internetunternehmen Tencent, das in Sachen Börsenwert und Mitgliederzahl etwa gleich auf liegt und jetzt auch als potentieller Myspace-Käufer im Gespräch ist.

So bestätigt sich mit dem Myspace-Niedergang einmal mehr ein Paradigma der Netzwerktheorie: Think big, grow fast. Denn: The winner takes it all. Wer nur Zweiter hinter dem Marktführer ist, wird demnach schnell verdrängt - deshalb interessieren sich Investoren auch nur für den erwiesenermaßen Ersten, Größten, Schnellsten. Oder eben für den, der es werden könnte: Zwei amerikanische Finanzinvestoren übernahmen gerade die Mehrheit am deutschen Onlinespiele-Anbieter Bigpoint. Sie bewerten das Unternehmen mit rund 600 Millionen Dollar - so viel, wie Rupert Murdoch einst für Myspace auf den Tisch legte.

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