Zahlen für die ersten neun Monate
Swisscom flüchtet sich in Zukäufe

Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom ist neben Eircom an weiteren Zukäufen interessiert. Denn der Heimatmarkt ist problematisch, wie die am Donnerstag vorgelegte Zwischenbilanz zeigt.

HB BERN. Das Interesse an der irischen Telekomgesellschaft schließe nicht aus, dass Swisscom sich auch andere Akquisitionsmöglichkeiten anschaue, sagte Vorstandschef Jens Alder am Donnerstag in Bern. Mögliche Übernahmeziele nannte er nicht.

Swisscom hatte am Mittwoch Übernahmegespräche mit der irischen Eircom bestätigt. Laut Medienberichten könnten die Schweizer bis zu 3 Mrd. Euro für ihren Wettbewerber bieten. Interesse wird Swisscom auch an der dänischen TDC AS nachgesagt, für die auch zwei Finanzkonsortien bieten wollen. Alder lehnte einen Kommentar zu TDC ab.

Swisscom drängt ins Ausland, um den Ergebnisrückgang auf dem Schweizer Markt auszugleichen. Hintergrund ist der verschärfte Wettbewerb durch neue Konkurrenten, der seine Spuren in der Bilanz von Swisscom hinterließ. Der Umsatz sank in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 7,3 Mrd. Schweizer Franken, gab das Unternehmen bekannt. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) fiel um 3,5 Prozent auf 3,27 Mrd. Franken.

Der Ergebnisrückgang auf dem Heimatmarkt habe nicht durch die eingeleiteten Sparmaßnahmen aufgefangen werden können, hieß es. Der Überschuss sprang hingegen um 44,6 Prozent auf 1,65 Mrd. Franken. Der Vorjahreswert war allerdings durch Abschreibungen auf die veräußerte deutsche Tochter debitel belastet.

Um dem Konkurrenzdruck zu entgehen, will Swisscom im kommenden Jahr zudem weitere Arbeitsplätze abbauen. Betroffen seien 260 Mitarbeiter, was 1,7 Prozent der Gesamtbelegschaft ausmache. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Umsatzrückgang um 0,4 Mrd. auf 9,6 Mrd. Franken, das Ebitda soll um 0,3 Mrd. auf 4,1 Mrd. Franken absacken.

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