Zahlen fürs dritte Quartal
Börsianer erwarten Wunder von Ebay

Obgleich der Quartalsgewinn des weltgrößten Internet-Auktionshauses Ebay um 40 Prozent in die Höhe geschnellt ist, zeigten sich die Anleger in einer ersten Reaktion enttäuscht. Sie hatten noch mehr erwartet - unrealistisch viel mehr, wie einige Analysten kritisierten.

HB SAN FRANCISCO. Das Nettoergebnis im dritten Quartal habe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ohne Sonderposten auf 280,2 Millionen Dollar oder 20 Cent pro Aktie zugelegt, teilte der im kalifornischen San Jose ansässige Konzern am Mittwoch mit. Ohne die Belastungen aus einer neuen Steuervorschrift liegt der Gewinn je Anteilsschein bei 21 Cent. Analysten hatten mit ihren Prognosen fast ins Schwarze getroffen. Sie hatten 19 bis 21 Cent geschätzt.

Der Nettoumsatz übertraf mit einer Steigerung um 37 Prozent auf 1,11 Milliarden Dollar die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,08 Milliarden Dollar. Auch im vierten Quartal werde der Umsatz wachsen, prognostizierte Ebay. Er werde zwischen 1,25 Milliarden Dollar und 1,29 Milliarden Dollar liegen. Ebay erhöhte seine Umsatzplanung für 2005, um den Zukäufen des Einkaufsportals Shopping.com und des Internet-Telefonieanbieters Skype Rechnung zu tragen. Für das Geschäftsjahr 2006 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 5,7 Milliarden Dollar bis 5,9 Milliarden Dollar.

Trotz des Gewinnanstiegs im Rahmen der Wall-Street-Erwartungen und der Anhebung der Prognosen gab die Ebay-Aktie im nachbörslichen Handel nach Veröffentlichung der Zahlen um 6,7 Prozent auf 39,20 Dollar nach. „Sie haben den Ausblick für das vierte Quartal ein bisschen angehoben, aber die Wall Street war bereits da oben“, sagte Analyst Martin Pyykkonen von Hoefer & Arnett. Die Anleger hätten eine noch höhere Prognose erwartet. Die Erwartungen seien viel zu hoch, erklärte Jim Fisher von Univest Wealth Management & Trust. Zudem beunruhige die Investoren, dass Ebays Produktentwicklungschefin Lynn Reedy Ende Oktober zurücktreten werde.

Ebay hatte am Ende des dritten Quartals 168,1 Millionen registrierte Nutzer - 35 Prozent mehr als vor einem Jahr. Deutschland ist nach den USA der größte Markt für das Auktionshaus. Zusammen erbringen beide Länder etwa drei Viertel des Auktionsumsatzes von Ebay.

„Wir haben im dritten Quartal sehr starkes Wachstum in allen Geschäftsbereichen gesehen“, frohlockte Ebay-Chefin Meg Whitman. „Es ist wunderbar, in unseren zwei größten Märkten, den USA und Deutschland, so viel Stärke zu sehen. Wir sind sehr erfreut darüber, dass Ebay und Paypal mit so viel Schwung in die Weihnachtssaison gehen.“ Ebay hatte allerdings im internationalen Geschäft einen Umsatzrückgang um 2 Prozent zum vorangegangenen Quartal hinnehmen müssen.

Der Wert der über Ebay abgewickelten Geschäfte sei im Vorjahresvergleich um 30 Prozent auf 10,8 Mrd. Dollar gestiegen. Die zu Ebay gehörende Bezahldienst Paypal wickelte Zahlungen von 6,7 Mrd. Dollar ab - ein Plus von 44 Prozent.

Vom Internet-Telefonieanbieter Skype erwartet Ebay im laufenden Quartal einen Umsatzbeitrag von 20 Millionen Dollar. Im kommenden Jahr soll das Unternehmen 200 Millionen Dollar zum Gesamtumsatz beisteuern. Ebay-Finanzchef Rajiv Dutta soll als Präsident zu Skype wechseln, sobald ein Nachfolger gefunden ist.

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