Zahlen fürs dritte Quartal
Epcos siecht weiter

Das Technologie-Unternehmen Epcos hat im dritten Geschäftsquartal hat nach einem dritten Quartal mit abermals roten Zahlen die Hoffnung aufgegeben, im Gesamtjahr eine schwarze Null zu schreiben.

HB MÜNCHEN. Zwar werde Epcos im laufenden vierten Quartal wegen einer höheren Nachfrage nach Handys und Konsumelektronik ein positives Vorsteuerergebnis ausweisen, sagte der Vorstandschef des Herstellers passiver Bauelemente, Gerhard Pegam. Der in den ersten neun Monaten aufgelaufene Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 26 Mill. € sei bis Ende des Geschäftsjahres 2004/05 (per Ende September) aber nicht mehr aufzuholen. Bisher hatte Epcos sich eine „schwarze Null“ zum Ziel gesetzt. „Das Marktumfeld bleibt schwierig. Es gibt noch immer keine Anzeichen für eine signifikante und nachhaltige Belebung““, sagte Pegam.

Die Investoren reagierten enttäuscht auf den Ausblick. Die im Technologie-Index TecDax notierte Epcos-Aktie brach um knapp neun Prozent auf elf Euro ein.

Im Zeitraum von April bis Juni verringerte der Konzern den operativen Verlust auf eine Million Euro von 26,9 Mill. im Quartal davor. Unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von acht Mill. €. Analysten hatten mit einem niedrigeren Verlust von zwei Mill. € gerechnet.

Der Quartalsumsatz lag mit 310 Mill. € elf Prozent unter dem Vorjahreswert, legte im Vergleich zum Vorquartal aber um vier Prozent zu. Auch der Auftragseingang sei im Vergleich zum zweiten Quartal gestiegen. Dazu trugen den Angaben zufolge neue Produkte bei, allen voran so genannte Piezo-Aktuatoren für Kfz-Diesel-Einspritzsysteme. Piezo-Aktuatoren ermöglichen eine feinere Dosierung des Kraftstoffs, was bei gleicher Motorleistung zu einer Verringerung des Schadstoffausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs führt. Zudem werden die Motoren leiser. Die Automobil-Elektronik erwies sich erstmals als umsatzstärkste Abnehmerbranche und glich die zurückgehenden Umsätze in der Telekommunikation aus.

Vom anziehenden Handy-Absatz konnte Epcos nicht profitieren, da das Unternehmen nach eigenen Angaben eher billigere Geräte mit Komponenten ausstattet. In einem teuren Handy stecken rund 200 passive Elemente, die Strom verteilen oder speichern. Ein billiges Gerät benötigt weitaus weniger Komponenten.

Epcos ist nach dem japanischen Konkurrenten Murata der weltweit zweitgrößte Hersteller passiver Bauelemente und fertigt rund 40 000 verschiedene Komponenten. Diese Bauteile kommen in fast allen elektronischen Geräten wie Auto, Kühlschrank oder Stereo-Anlage zum Einsatz. Da die Branche aber wegen des konstanten Stroms neuer Produkte unter einem ständigen Überangebot leidet, haben die Hersteller oft keine Kontrolle über die Preise. Im dritten Quartal seien die Preise um zwei bis drei Prozent zurückgegangen, sagte Pegam. Auch im vierten Quartal würden sie in dieser Größenordnung weiter nachlassen.

„Ich hätte wegen des Erfolgs mit den Piezo-Aktuatoren eine etwas optimistischere Prognose erwartet“, sagte Oliver Drebing von SES Research. „Viele Anleger haben auf eine Turnaround-Story bei Epcos gesetzt und sind nun böse überrascht worden“, betonte ein Aktienhändler.

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