Zahlen fürs dritte Quartal
Ericsson zwischen Begeisterung und Enttäuschung

Das Telekommunikationsunternehmen Ericsson hat sein Ergebnis im abgelaufenen Quartal kräftig gesteigert. Ericsson profitierte von der hohen Nachfrage nach Mobilfunk-Infrastruktur vor allem in den Schwellenländern. Bei der Bruttomarge enttäuschten die Schweden aber.

HB STOCKHOLM. Das Unternehmen verdiente nach Abzug der Herstellungskosten etwas weniger als prognostiziert. Dies sei auf das stark wachsende Service-Geschäft und den hohen Anteil ausgelieferter Netzwerkinfrastruktur zurückzuführen, teilte das Unternehmen am Freitag in Stockholm mit. Analysten äußerten sich grundsätzlich zufrieden mit den Quartalszahlen. Sie verwiesen jedoch auf die hohen Erwartungen im Vorfeld. Ericsson-Aktien fielen im Handel zeitweise zwei Prozent auf 25,70 Schwedische Kronen, konnten jedoch bis zum Mittag einen Teil der Verluste wett machen.

Für 2005 bekräftigte der weltgrößte Telekom-Ausrüster seinen Ausblick auf ein moderates Branchenwachstum, gemessen in US-Dollar. 2006 solle sich der Trend fortsetzen. Nach früheren Angaben versteht Ericsson unter einem moderaten Wachstum ein Plus von bis zu zehn Prozent.

Wie Ericsson mitteilte, kletterte der Vorsteuergewinn im abgelaufenen Quartal auf 8,0 Mrd. Kronen (rund 843 Mill. €) von 6,4 Mrd. Kronen im Vorjahreszeitraum. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit 8,03 Mrd. Kronen gerechnet. Der Umsatz legte auf 36,2 (Vorjahr: 31,8) Mrd. Kronen zu und lag damit leicht unter der Analysten-Prognose von 36,3 Mrd. Kronen. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Umsatz jedoch, was Ericsson mit einem Auftrag für Cingular im zweiten Quartal begründete, der eigentlich für das dritte Quartal geplant gewesen sei.

„Der Markt zeigt weiter eine gute Entwicklung mit Wachstum bei mobilen Daten und Sprache, Breitband und allgemein in Wachstumsmärkten“, sagte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg. Vorrangiger Wachstumstreiber seien die Schwellenländer gewesen. Das Wachstum in ausgereiften Märkten sei eher angetrieben von neuen Services wie mobilen Diensten und Breitband.

Die Bruttomarge, die angibt, wie viel ein Unternehmen nach Abzug der Herstellungskosten verdient, lag jedoch mit 45,2 % unter der Erwartung von 46,3 %. Der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz lag mit 21,6 % im Rahmen der Prognose.

Analyst Hakan Wranne von Fischer Partners sagte, der erste Eindruck sei gut, einzig einige Kennziffern wie die Bruttomarge seien etwas schwach. „Ich sehe jedoch keine größeren dunklen Wolken am Himmel“, sagte er.

Ericssons Erzrivale Nokia hatte am Donnerstag ebenfalls einen Rückgang der Bruttomarge für sein mobiles Netzwerk-Geschäft auf 35,5 von 41,4 % bekannt gegeben. Nokia-Chef Jorma Ollila begründete dies mit dem wettbewerbsintensiven Markt und Anlaufkosten in Wachstumsmärkten, auf denen Nokia noch nicht so präsent sei.

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