Zahlen fürs dritte Quartal
Microsoft beschränkt sich selbst

Nach einem guten Start ins neue Geschäftsjahr 2005/2006 erwartet Microsoft ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft einen Hänger. Besorgt ist der Software-Primus aber keineswegs. Das Ganze ist Kalkül.

HB SEATTLE. Microsoft verdiente im ersten Geschäftsquartal mit 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) stolze 24 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Dies hat Microsoft mit Sitz in Redmond am Donnerstag nach Börsenschluss mitgeteilt. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich damit von 23 auf 29 Cent. Das Betriebssystem Windows ist immer noch der große Gewinnbringer. Der Quartalsgewinn war durch eine Sonderbelastung von 361 Millionen Dollar oder 2 Cent je Aktie für einen rechtlichen Vergleich mit der Firma Real Networks belastet. Das Vorjahresergebnis war durch Sonderkosten für einen Vergleich mit der Firma Novell in Höhe von 3 Cent je Aktie belastet gewesen. „Wir hatten einen guten Start für ein wichtiges Jahr“, betonte Finanzchef Chris Liddell.

Die neue Videospielkonsole Xbox 360 kommt zwar pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt. Dennoch blieb der Konzern für das laufende zweite Geschäftsquartal mit seiner Umsatzerwartung von 11,9 bis 12 Milliarden Dollar hinter den Analystenprognosen von 12,26 Milliarden Dollar zurück. Im nachbörslichen Handel fiel die Aktie des Branchenführers am Donnerstagabend deshalb um 1,5 Prozent auf 24,47 Dollar.

Microsoft-Finanzchef Liddell sagte, der Konzern wolle bei der Spielekonsole nach dem geplanten Verkaufsstart am 22. November in einer Startphase noch nicht alle Verkaufskapazitäten ausschöpfen. Liddell räumte ein, dass die Analysten sich mehr versprochen hätten. Das Kalkül des Unternehmens sei es aber, dass man sich bewusst für eine Drosselung in der Anlaufphase entschlossen habe, um keine Nachschubengpässe zu riskieren. Laut Microsoft sollen im gesamten laufenden Geschäftsjahr 4,5 bis 5,5 Millionen Xbox 360 ausgeliefert werden.

Mit einem Umsatzwachstum um sechs Prozent auf 9,74 Milliarden Dollar blieb Microsoft im abgelaufenen Quartal ebenfalls leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit 9,79 Milliarden Dollar gerechnet hatten. „Wir hatten gehofft, etwas mehr zu sehen“, sagte Brendan Barnicle von Pacific Crest Securities.

Für das laufende Vierteljahr rechnet das weltgrößte Softwarehaus mit einem Gewinn zwischen 32 und 33 Cent je Aktie. Auch hier waren die Analysten optimistischer. Sie erwarteten für diesen Zeitraum einen Gewinn je Aktie von 38 Cent.

Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Gewinn je Aktie von 1,26 bis 1,30 Dollar einschließlich Sonderposten. Der Markt setzte die Erwartungen mit wesentlich höheren 1,44 Dollar je Aktie an. Das Umsatzziel des Unternehmens liegt für das Gesamtjahr bei 43,7 Milliarden Dollar bis 44,5 Milliarden Dollar. Die Analysten wären hier allerdings schon mit 44,29 Milliarden Dollar zufrieden.

Microsoft-Finanzchef Chris Liddell kündigte eine Beschleunigung des riesigen Aktienrückkaufprogramms an. Der noch ausstehende Rückkauf von Microsoft-Aktien im Wert von 19 Milliarden Dollar soll spätestens bis Dezember nächsten Jahres abgeschlossen sein.

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