Zahlen fürs zweite Quartal
Der schöne Schein bei Sony trügt

Vordergründig hat Sony ein gutes Quartal hinter sich. Doch der operative Gewinn stieg nur dank rückläufiger Pensionsverpflichtungen an. Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik läuft weiterhin miserabel.

HB TOKIO. Im dem Ende September abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal stieg der Betriebsgewinn um 52 Prozent auf 65,92 Milliarden Yen (rund 471 Millionen Euro) nach 43,4 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Das Ergebnis übertraf damit die durchschnittlichen Markterwartungen, die bei 40,83 Milliarden Yen gelegen hatten. Der Nettogewinn schrumpfte allerdings um 46,5 Prozent auf 28,5 Milliarden Yen (206 Millionen Euro). Der Umsatz verharrte auf dem Vorjahresniveau von 1,703 Billionen Yen.

Die gestiegenen Buchgewinne aus den Pensionsprogrammen konnten die negativen Folgen des Preisverfalls bei Fernsehgeräten, Verluste in der Filmsparte und die schlechten Verkäufe bei MP3-Spielern ausgleichen.

Mit einer Radikalkur will Sony in der schwachen Unterhaltungselektronik-Sparte gegensteuern. Ende September hatte Konzernchef Howard Stringer drastische Stellenstreichungen verkündet. Bis zum März 2008 sollen weltweit 10 000 der 150 000 Arbeitsplätz wegfallen. Elf Werke werden komplett geschlossen. Die Sparpläne treffen in erster Linie die TV-Sparte. Das Unternehmen will die Herstellung von Röhrenbildschirmen weiter zurückfahren und stattdessen die Flachbildschirm-Produktion verstärken.

Das gute bilanzielle Abschneiden im zweiten Quartal hat nach Einschätzung des Unternehmens keine Auswirkungen auf das Gesamtjahr, das am 31. März endet. Sony bekräftigte am Donnerstag seine Prognose eines Verlusts von 10 Milliarden Yen; operativ soll er gar bei 20 Milliarden Yen liegen. Darin einkalkuliert sind auch 140 Milliarden Yen an Umstrukturierungskosten, die durch den Stellenabbau anfallen.

Waren einst Walkman und Co. der Garant für gute Gewinne, hat sich das drastisch geändert. Die Preise für Produkte wie TV-Geräte, DVD-Rekorder und Videokameras fallen schnell. Zudem blieben auch der Absatz von Halbleitern und Komponenten sowie tragbaren Audiospielern unter den Erwartungen. Vor allem auf dem japanischen Heimatmarkt brachen die Umsätze ein.

Sony ist Analysten zufolge bei den meisten Unterhaltungselektronik-Produkten weniger effizient als seine Konkurrenten. So peilt der Hersteller der Panasonic-Produkte, Matsushita, 2006/07 einen Anstieg des operativen Gewinns um 7 Prozent auf 330 Milliarden Yen an.

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