Zahlen fürs zweite Quartal
SAP schockt seine Aktionäre

Der weltgrößte Firmensoftwarehersteller SAP hat im zweiten Quartal weniger Softwarelizenzen als erwartet verkauft und seinen Aktienkurs damit auf den tiefsten Stand seit rund acht Monaten geschickt. Der scharfe Konkurrenzkampf mit Oracle und Microsoft führte erstmals zu Marktanteilsverlusten.

HB STUTTGART. Während der Software-Markt in den USA weiter boome, habe sich in Europa der Abschluss einiger Software-Lizenzverträge verzögert, teilte SAP am Donnerstag in Walldorf mit. Dadurch wies SAP für die Monate April bis Juni bei den für die künftigen Erträge wichtigen Lizenzen-Verkäufe weltweit nur ein Wachstum von acht Prozent auf 621 Mill. Euro aus - nicht mal die Hälfte des im traditionell eher schwachen ersten Quartal erreichten Wachstums. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich höheren Zuwachs von 17 Prozent auf 675 Mill. Euro gerechnet.

SAP-Vorstandschef Henning Kagermann bekräftigte die bisherigen Prognosen für das laufende Jahr, wonach die Lizenzverkäufe um 15 bis 17 Prozent auf gut drei Mrd. Euro steigen sollen. „Der Auftragseingang ist stark und unsere Auftragspipeline ist gut gefüllt“, erklärte er. „Wir haben haben keinen Auftrag verloren.“ Es gebe auch keine Verzögerungen beim Marktstart neuer Software-Produkte. Die saisonalen Schwankungen beim Auftragsabschluss hätten sich im zweiten Quartal nur stärker bemerkbar gemacht. Das Wettbewerbsumfeld sei unverändert zu den vorherigen Quartalen, fügte Vertriebschef Leo Apotheker hinzu.

Die Investoren hatten allerdings von SAP mehr erwartet und trennten sich von den Aktien des Unternehmens, die sechs Prozent tiefer mit 149,80 Euro schlossen. Zeitweise waren sie um 10 Prozent auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten eingebrochen. Im Schnitt hatten Analysten mit einem Zuwachs der Software-Verkäufe um 17 Prozent gerechnet. Auch der Anstieg des - um die Kosten für Zukäufe und Aktienoptionsprogramme bereinigten - Betriebsgewinns um 13 Prozent auf 558 Mill. Euro lag unter den Erwartungen der Analysten.

An seinen Prognosen will SAP-Chef Kagermann nicht rütteln, bekräftigte er. Nach der ersten Jahreshälfte liegt SAP knapp unter dieser in Aussicht gestellten Wachstumsrate. Bei der angestrebten Stärkung der Rentabilität sei SAP aber auf Kurs, versicherte Kagermann.

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