ZDF-Intendant : Schächter-Abschiedsfest stößt Mitarbeitern sauer auf

ZDF-Intendant
Schächter-Abschiedsfest stößt Mitarbeitern sauer auf

Nach zehn Jahren Amtszeit lässt der scheidende ZDF-Intendant Markus Schächter zum Ausstand ein Fest ausrichten. Über 3.000 Mitarbeiter sind zu "Weck, Worscht un Woi" eingeladen – doch die Veranstaltung sorgt für Unmut.
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Markus Schächter hat wohl einen Großteil seines Lebens am Arbeitsplatz verbracht. Jetzt, wo seine Zeit gekommen ist, nach zehn Jahren Amtszeit den Sender zu verlassen, lässt er es sich nicht nehmen, einen Ausstand zu geben. Dazu sollen etwa 3.500 ZDF-Mitarbeiter am 14. März in die Mainzer Phönix-Halle eingeladen worden sein. Das berichtet der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe.

Die Feier des 62-Jährigen werde aus dem Veranstaltungsetat des Senders und nicht aus eigener Tasche bezahlt und solle, so ein ZDF-Sprecher, "eine Geste des Dankes von Markus Schächter" an die Belegschaft sein. Doch die Einladung sorgt vor allem bei jungen Mitarbeitern für Unmut, weil der Sender in den nächsten Jahren auf Drängen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) etwa 75 Millionen Euro an Personalkosten einsparen muss.

Wie das Branchenmagazin Horizont schreibt, hat das ZDF hat zunächst bei den freien Mitarbeitern, darunter viele jüngere, den Rotstift angesetzt. Außerdem werden 2012 weder Azubis eingestellt, noch Auszubildende übernommen. Auch der verhängte Einstellungsstopp trifft vor allem Berufseinsteiger. Das ZDF betone indes den eher "bescheidenen Charakter" des Fests: Es gebe das lokale Traditionsgericht "Weck, Worscht un Woi", für die Vegetarier Kartoffelsalat.

Ein lokaler Catering-Service beziffert die Kosten für das Essen bei 8 Euro pro Person mit 28.000 Euro. Käme noch die Miete für die Mainzer Halle mit einer Nutzfläche von 5.000 m2 hinzu - hier war allerdings am Rosenmontag telefonisch niemand für eine Anfrage erreichbar. Was kaum verwundert, denn an so einem Tag ist wohl auch ganz Mainz auf den Beinen.

Bleibt die Frage, wie viele Mitarbeiter der Einladung folgen werden - wie das Hamburger Nachrichtenmagazin schreibt, hatte das ZDF zu Schächters 60. Geburtstag ein ähnliches Fest ausgerichtet: Von 3.500 eingeladenen Gästen waren damals nur 800 gekommen.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen

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  • Die Irren haben schon die Anstalt übernommen.
    Klirrende Kälte weht…
    Überall wo kleine dumme Würstchen Macht erlangen gehts den Bach runter.

    Kloaken, überall da wo Politiker die Pfoten drin haben!

  • Abends streichle ich gerne meine kleine Mietzekatze. Sie kuckt dann sehr süß und schnurrt.


    Was das mit dem Artikel zu tun hat?

    Nix.

    So wie bei den Vor-Kommentatoren.

  • Es geht NUR um die ESM-Verträge.

    Wulff und Köhler hätten sich NIE vor den dreckigen Karren der EU-Bankster spannen lassen Darum wurden sie ja geschlachtet oder weggemobbt.

    Köhler, Köhler attackiert Profiteure der Griechen-Krise
    ……………. Wenige machen Gewinne, der Steuerbürger muss zahlen: Horst Köhler hat Finanzjongleure attackiert, die Profit aus der Griechen-Krise schlagen. Europa müsse vereint gegen die Spekulanten vorgehen, fordert der Bundespräsident - und macht sich für zügige Hilfszahlungen an Griechenland stark.


    Wulff, Rede in Lindau:
    …….. Wenig verdeckt kritisiert er, dass die Parlamente kaum noch beteiligt sind an den Entscheidungen. Und generell missfällt ihm, dass auf die geplatzte Kreditblase mit immer neuen Schulden reagiert wird. Das verschiebe nur die Lasten auf kommende Generationen. Zuletzt zitiert er Thomas Jefferson:

    „Wir haben die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit, oder Überfluss und Knechtschaft.“

    Gauck,
    Occupy-Proteste und Finanzmärkte Gauck findet Antikapitalismus-Debatte albern
    17.10.2011, 08:56
    Weltweit demonstrieren Hunderttausende gegen die Macht der Märkte, doch Joachim Gauck glaubt nicht an die Bewegung: Der Ex-Bürgerrechtler, Ex-Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde und Ex-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, spricht von "romantischen Vorstellungen" und "Irrtum". Gleichzeitig warnt er vor einer Protestkultur, die "aufflammt, wenn es um den eigenen Vorgarten geht".

    Die deutsche Neigung zu Hysterie und Angst sei "abscheulich".


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