ZDF-Intendant
Schächter lehnt Werbeverbot ab

ZDF-Intendant Markus Schächter lehnt ein Werbeverbot für die Öffentlich-Rechtlichen ab. Zugleich fordert er einen finanziellen Ausgleich, falls sich die Länder für ein Werbeverbot eintscheiden sollten.
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DüsseldorfDas ZDF lehnt ein Verbot von Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab. „Es ist doch eine Mär, dass die Privaten von einem Werbeverzicht der Öffentlich-Rechtlichen profitieren würden“, sagte Intendant Markus Schächter dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe). Das zeige sich gerade in Frankreich, wo die Werbung im staatlichen Rundfunk erheblich eingeschränkt wurde. „Die Markenartikler haben ihre Ausgaben trotzdem nicht zu den Privatsendern umgeschichtet, weil sie dort ihre Zielgruppe gar nicht erreichen“, sagte Schächter.

Derzeit erwirtschaftet das ZDF bis zu acht Prozent seines Budgets mit Werbung. Das sind jährlich rund 150 Millionen Euro. Falls sich die für den Rundfunk zuständigen Bundesländer für ein Werbeverbot entscheiden sollten, fordert der 62-jährige Manager einen finanziellen Ausgleich. „Wenn der Gesetzgeber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk die Werbeeinahmen nehmen sollte, muss er nach den Grundsätzen der Rundfunkverfassung den Ausfall kompensieren“, sagte Schächter.
Im härter werdenden Wettbewerb im Fernsehmarkt mit den amerikanischen Kommunikationskonzernen Apple und Google fordert der Chef des Mainzer Senders ein Bündnis zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten. „Wir müssen uns endlich verbünden. Die starren Fronten erinnern mich manchmal an den Stellungskrieg von Verdun“, sagte Schächter. Er führe bereits Gespräche mit privaten Fernsehsendern und Verlagshäusern.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

Kommentare zu " ZDF-Intendant: Schächter lehnt Werbeverbot ab"

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  • Wer benötigt überhaupt noch das Fernsehen, und warum beträgt das Budget 1,5 Millarden Euro?
    Es gibt kaum etwas dekadenteres als den Fernsehbetrieb, öffentlich-rechtlich eingeschlossen.

  • Die Gier des gebührensubventionierten Seichtfunks ist unersättlich.
    Fußball mußte ja zur "Kultur" hochstilisiert werden, um den Mißbrauch der Gebühren dafür zu kaschieren.

  • War ja klar.

    Gottschalk muss Haribo Werbung machen.







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