ZDF
Kompromiss im Streit um Chefredakteur

Offenbar zeichnet sich eine Lösung im Streit um Nikolaus Brender ab: Der von der Union bekämpfte ZDF-Chefredakteur soll lediglich eine befristete Vertragsverlängerung erhalten, nicht jedoch den sonst üblichen Fünf-Jahres-Vertrag. Mit dieser Lösung kommt Intendant Markus Schächter CDU und CSU entgegen.
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BONN. Der von der Union bekämpfte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender wird abgelöst. Zwar erhält er nochmals eine befristete Vertragsverlängerung, aber keinen sonst üblichen Fünf-Jahres-Vertrag mehr. "Es wird einen Kompromiss geben", sagte gestern ein Beteiligter. ZDF-Intendant Markus Schächter will die Lösung am 27. November nach einer Sitzung des ZDF-Verwaltungsrats in Berlin bekanntgeben.

Der Vertrag des SPD-nahen Journalisten läuft am 31. März 2010 aus. Der frühere WDR-Journalist Brender ist seit dem Jahr 2000 ZDF-Chefredakteur. Wie lange die befristete Vertragsverlängerung ausfällt, ist noch unklar. Berichte der "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau", wonach Brender nur eine Verlängerung von zwölf Monaten erhält, seien nicht zutreffend. Das berichteten ZDF-Unternehmensinsider.

Ursprünglich wollte der konservativ-liberale Schächter eine Verlängerung von Brenders Vertrag über fünf Jahre durchsetzen. Mit seinem Rückzieher kommt der 60-Jährige nun den Interessen von CSU und CDU im Verwaltungsrat entgegen. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der frühere CSU-Chef und ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hatten Brender wiederholt kritisiert. Die Konservativen unter den 14 Verwaltungsratsmitgliedern hatten sich gegen eine Wiederwahl Brenders gewandt.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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  • Hoch lebe die Überparteilichkeit der Deutschen Presse und Fernsehens. Nicht sendekonform mit der Union - muss man gehen ? beweist wieder einmal das die Christlichen keine Kritik ertragen, Hallo Herr Koch - wir bürger bezahlen das Spektakel- wenden Sie sich den Problemen ihres Landes zu - damit haben sie doch genug zu tun !

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