Zehn Prozent der Aktien gehen in den freien Verkauf
Studio Babelsberg will Ende April an die Börse

Die Studio Babelsberg AG will Ende dieses Monats aufs Parkett. Die Aktie soll zunächst im Freiverkehr an der Frankfurter Börse notieren, sagte Vorstandschef Carl Woebcken dem Handelsblatt. Eine Kapitalerhöhung noch in diesem Jahr zur weiteren Finanzierung des Wachstum sei geplant, aber noch nicht beschlossen.

MÜNCHEN. Woebcken, ehemals Finanzvorstand des Münchener Kinderfilmproduzenten TV Loonland, hat im vergangenen Sommer zusammen mit Christoph Fisser das traditionsreiche Filmstudio vor den Toren Berlins für einen Euro komplett entschuldet gekauft. Verkäufer war der französische Vivendi-Konzern, der Studio Babelsberg 1992 von der Treuhand übernommen hatte, die Firma aber trotz Investitionen von 500 Mill. Euro nie aus den roten Zahlen brachte.

Das Unternehmen sei nun strategisch neu ausgerichtet, meinte Woebcken. Aus der verlustträchtigen Finanzierung von Spielfilmen habe man sich zurück gezogen. Nun agiere Studio Babelsberg nur noch als Dienstleister für die Spielfilmherstellung. So baut das Unternehmen die Kulissen für die Filme, stellt die Hallen zur Verfügung und kontrolliert die Finanzen der Produktionen.

Im laufenden Jahr rechnet Woebcken mit einem Umsatz von 45 Mill. Euro mit gut 190 Mitarbeitern. 2006 sollen die Erlöse auf Grund einiger Großprojekte auf bis zu 60 Mill. Euro steigen, prognostizierte der Manager. Im kommenden Jahr seien schwarze Zahlen geplant nach einem Verlust von rund 2,5 Mill. Euro 2005. In diesen Tagen wird etwa vom US-Produzenten Warner in Babelsberg der aufwendige Streifen „V for Vendetta“ gedreht.

Derzeit gibt es in Europa vier große Filmstudio-Betreiber: Pinewood Shepperton in der Nähe von London wagte bereits im Mai 2004 den Gang an die Börse. Dazu kommen neben Babelsberg Cinecitta in Rom und Barrandov in Prag. Die Brandenburger wollen insbesondere die großen US-Produzenten wie Warner, Paramount oder Universal anlocken.

Zum Börsengang plant Woebcken, etwa zehn Prozent der Aktien an die Anleger zu verkaufen. Dann halten Fisser und er noch 74 Prozent der insgesamt 15 Millionen Aktien. Zehn Prozent liegen beim Finanzinvestor RMS, der Rest bei Mitarbeitern, befreundeten Geldgebern und Finanzvorstand Marius Schwarz. Das genehmigte Kapital für die geplante Kapitalerhöhung liegt bei 7,5 Mill. Aktien.

Die Emission fällt im Vergleich zum Börsengang des Pay-TV-Anbieters Premiere Anfang März viel kleiner aus. So werden institutionelle Investoren gar nicht angesprochen. Auch auf eine Werbekampagne verzichtet Studio Babelsberg. In diesen Tagen wird der Emissionsprospekt durch die Finanzaufsicht Bafin geprüft. Der Streubesitz wird gering ausfallen, was zu starken Kursausschlägen führen könnte.

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