Zeichen stehen auf Streik
Verdi zeigt Telekom-Führung die Zähne

Die Zeichen bei der Deutschen Telekom stehen auf Streik. Bereits ab der kommenden Woche sollen tausende Mitarbeiter bundesweit ihre Arbeit niederlegen und damit den Betriebsablauf umfassend stören.

dpa-afx KÖLN. Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50 000 Beschäftigten in den neuen Geschäftsbereich T-Service, die mit einem Lohnabschlag von neun Prozent und längeren Arbeitszeiten verbunden ist. Auch wenn der Streik aus Sicht der Gewerkschaft Verdi verständlich ist, für die Kunden und den Vorstand um Telekom-Chef René Obermann ist er ein Horrorszenario. Einbußen bei dem Kundendienst, der Störungsbeseitigung und im Neukundengeschäft sind vorprogrammiert.

In fünf Verhandlungsrunden hatten die Tarifparteien vergeblich um einen Kompromiss gerungen, bevor Verdi das nachgebesserte Angebot vom kommissarischen Personalvorstand Karl-Gerhard Eick ablehnte. Am Freitag stimmte die Große Tarifkommission der Gewerkschaft nun einer Urabstimmung zu, die Anfang kommender Woche anlaufen soll. "Wir sind sicher, dass wir die nötige Mehrheit von 75 Prozent erhalten werden", sagte Verdi-Vorstand Lothar Schröder. Dann ist der Weg frei für den ersten Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor zwölf Jahren. Für Schröder ist ein Gehaltsverzicht undenkbar. Zudem verweist er auf die "Rekord- Dividende" von 0,72 Euro, die die Aktionäre trotz der Ergebniserosion erhalten haben.

Eick schloss eine Nachbesserung des Tarifangebots aus. "Wir haben uns schon sehr weit bewegt. Der Ball liegt nun im Feld von Verdi." Er forderte Verdi auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Mit einem Streik lassen sich keine Probleme lösen und auch keine Arbeitsplätze sichern", sagte Eick der dpa-AFX Er bekräftigte, dass der Konzern offen für neue Gespräche ist. Allerdings müsse noch entschieden werden, ob das Tarifangebot auf der bisherigen Grundlage aufrechterhalten werden könne. Eick kündigte zudem an, wegen der Streiks Schadensersatzansprüche zu prüfen. "Wir sind der Auffassung, dass der Streik rechtlich nicht zulässig ist."

Die Telekom will T-Service nun im Alleingang gründen und hat dabei einen Verkauf von Servicebereichen nicht ausgeschlossen. Trotz möglicher Auswirkungen durch die Proteste hält die Telekom eine Korrektur ihrer Prognose für 2007 nicht für nötig. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir dazu keine Veranlassung", sagte Eick.

Seite 1:

Verdi zeigt Telekom-Führung die Zähne

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%