Zeichentrick im Bezahlfernsehen
Time Warner startet Kinderkanal in Deutschland

Der Medienriese Time Warner (CNN, Warner Bros.) nimmt den Fernsehmarkt in Deutschland wieder in Angriff. Der weltweit größte Medienkonzern startet den Zeichentricksender Boomerang in Deutschland.

HAMBURG | DÜSSELDORF. Der deutschsprachige Kinderkanal wird Teil des Bezahlangebots von Kabel Deutschland (KDG) und Kabel Baden-Württemberg.

Der Start des neuen Senders kommt nicht überraschend. Turner Broadcasting System (TBS), Fernsehtochter von Time Warner, hat das Pay-TV-Angebot bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigt. Die Reichweite des 24-stündigen Zeichentrickkanals ist allerdings gering. Das deutschsprachige Pay-TV-Angebot von KDG zählt weniger als 350 000 Abonnenten. Dennoch sprach TBS-Deutschland-Chef Michael Riley gestern von einer „großartigen Gelegenheit, unser Profil in dieser Region zu stärken.“ Sein Kollege Hannes Heyelmann, Chef der Entwicklungsabteilung, geht zudem davon aus, dass das neue Programm auch Erwachsene anspricht. Heyelmann: „Bei den Kindern ist die Zielgruppe zwischen vier und neun Jahren vorgesehen. Aber der Sender ist für die ganze Familie interessant.“

Mit dem Fernsehen in Deutschland machte Time Warner bisher schlechte Erfahrungen. Erst im vergangenen November verkauften die Amerikaner ihre Beteiligung von 50 Prozent am Nachrichtenkanal N-TV an RTL. Der Fernsehtochter von Bertelsmann gehört der defizitäre Sender damit komplett. Time Warner hatte nach jahrelangen Verlusten die Geduld mit dem Nachrichtenkanal verloren. Denn der Konkurrent N 24, Tochter der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1, hat N-TV längst wirtschaftlich überrundet.

Time Warner kam im deutschen Fernsehmarkt bisher nicht richtig zum Zuge. Weder der Einstieg beim Musiksender Viva noch ein deutsches Programmfenster beim Nachrichtenkanal CNN haben funktioniert. Ehrgeizige Pläne für neue Sender verschwanden schnell wieder in den Schubladen. Mit Boomerang macht Time Warner nun einen Neuanfang. Dabei soll der neue Sender zunächst werbefrei starten. „Ob zu einem späteren Zeitpunkt Werbung hinzukommt, hängt von der Marktenentwicklung ab“, sagt Heyelmann. Fraglich ist, wann der Kinderkanal in die Gewinnzone steuert. Denn Teile des Programms werden zugekauft. Zusätzlich muss TBS für den Aufbau der Infrastruktur tief in die Tasche greifen. Heyelmann: „Wir planen für den Sender Investitionen in Millionenhöhe“. Zahlen nannte er nicht.

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