Zeitschriften
Springer kauft Russlandgeschäft von Gruner + Jahr

Europas größtes Zeitungshaus Axel Springer kauft das russische Zeitschriftengeschäft von Gruner + Jahr. Der Berliner Konzern zahlt für die vier Zeitschriften einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. Im Gegenzug entrichtet Springer für die Zeitschriftenlizenzen ein „paar Hunderttausend Euro“.
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DÜSSELDORF. Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr zieht sich aus dem Zeitschriftengeschäft in Russland zurück. Die Tochter des Medienkonzerns Bertelsmann verkauft ihr russisches Zeitschriftengeschäft an Axel Springer. Heute bestätigte das Hamburger Verlagshaus einen Bericht des Handelsblatts. „Wir haben dort die kritische Größe im Markt einfach nicht erreicht“, hieß es in Aufsichtsratskreisen.

„Wir engagieren uns weiter konsequent in den internationalen Märkten, in denen wir bereits eine herausragende Stellung haben beziehungsweise eine solche auch erlangen können. In Russland hätte Gruner + Jahr diese Position nur durch unverhältnismäßig viele und teure Zukäufe erreicht", sagte Gruner-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein zur Begründung.

Axel Springer zahlt für die vier russischen Zeitschriften einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag, heißt es in Unternehmenskreisen. Im Gegenzug entrichtet Springer für die Zeitschriftenlizenzen ein „paar Hunderttausend Euro“. Ralph Büchi, Chef von Axel Springer International sagte: „Die Print- und Online-Angebote von Gruner + Jahr Russland erweitern die Premiumsegment-Ausrichtung von Axel Springer Russia um hervorragende, etablierte Medienmarken wie GEO, GALA Biografia oder die russische Website ,Eltern’.

In Russland betreibt Gruner die Zeitschriften „Geo“, „Geo Traveller“ und „Geolenok“. Das Promiblatt „Gala Biografia“ mit einer Auflage von 23 ;000 ist das Flaggschiff. Das Reportagemagazin "Geo" mit einer Auflage von 120 000 Exemplare ist die Nummer in diesem Segment in Russland. Europas größter Zeitschriftenkonzern ist seit 1997 in Russland aktiv. Die Hamburger konnten aber nie richtig Fuß fassen. In diesem Jahr erwarten die Russland-Titel angesichts der miserablen Werbesituation einen Verlust. Zuvor hatte Gruner aber kleine schwarzen Zahlen geschrieben.

Springer-Chef Mathias Döpfner will durch den Zukauf die Auslandsexpansion vorantreiben. Der Konzern ist in Russland mit Lizenzausgaben von „Forbes“, „Newsweek“, „Computerbild“ sowie dem Klatschblatt „Ok“ vertreten. In den ersten neun Monaten machte Axel Springer ein Fünftel seines Umsatzes bereits im Ausland.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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