Zeitung meldet Gründung von zwei "Produkthäusern"
Benq will offenbar Siemens' Ex-Handy-Sparte gesondert führen

Benq will die von Siemens übernommene Handy-Sparte doch nicht komplett mit der eigenen Handy-Sparte verschmelzen. Das meldet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf eine Mitteilung der Gesellschaft an die Mitarbeiter.

HB HAMBURG. Der taiwanische Elektronikkonzern gründe zwei so genannte "Produkthäuser", die jeweils für den asiatischen und den westlichen Markt verantwortlich seien. Zusammengeführt werde hingegen das Marketing, schreibt das Blatt.

Die beiden Organisationen sollten Kosten, Qualität und Produktangebot selbst an die regionalen Bedürfnisse anpassen und verantworten, wird Siemens-Manager Clemens Joos, künftiger Leiter der Handy-Sparte, zitiert. Joos hoffe, das Geschäft damit "flexibler, schlagkräftiger und insgesamt wettbewerbsfähiger" führen zu können. Im Vordergrund der Fusion stehe nicht, Kosten zu sparen, sondern die Stärken beider Marken zu nutzen und intelligent zu verbinden, um höhere Umsätze zu erzielen.

Benq hat nach der Übernahme der Handy-Sparte von Siemens drastische Sparmaßnahmen in der Entwicklung und in der Fertigung angekündigt, um Verluste auszugleich und Kosten zu senken. Benq-Chef KY Lee sagte in einem Interview, der Anteil der deutschen Werke an der Handy-Fertigung werde von 40 auf 20 Prozent halbiert. "Die Produktionskosten sind in Deutschland hoch, deshalb werden wir einen Teil nach Asien verlegen. Ich weiß, dass einige Arbeiter protestieren werden", erklärte Lee. Künftig werden in China 60 Prozent der Handys produziert, in Deutschland und Brasilien jeweils 20.

Über das Schicksal der 6000 Beschäftigten in der früheren Handy-Sparte von Siemens, von denen die Hälfte in Deutschland arbeitet, will Benq erst im Juni 2006 entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt für das Werk in Kamp-Linfort ein Standortsicherungsvertrag, den Siemens an Benq "mitverkaufte".

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