Zeitungen
Schwarzer Tag für NRW-Medienhäuser

Der Essener Zeitungskonzern WAZ streicht weitere 200 Arbeitsplätze - diesmal im Verlagsbereich. Und der Zeitschriftenverlag Bauer schließt die Kölner Tiefdruckerei. Keine guten Aussichten für die Medienhäuser in Nordrhein-Westfalen. Warum die WAZ dennoch schwarze Zahlen erwartet.

ESSEN. Die WAZ-Gruppe baut angesichts sinkender Werbeeinnahmen und rückläufiger Zeitungsverkäufe noch mehr Arbeitsplätze ab. "Wir wollen im nicht-journalistischen Bereich den Sparkurs verschärfen", sagte WAZ-Chef Bodo Hombach gestern in Essen. Im Verlagsbereich werden nach Informationen von Brancheninsidern weitere 200 Arbeitsplätze gestrichen. Hombach wollte die Zahl auf Nachfrage nicht dementieren. Der frühere SPD-Politiker sprach von "betriebswirtschaftlichen Zwängen" für die einschneidenden Maßnahmen. Wörtlich sagte der Medienmanager: "Wir drucken Zeitungen, kein Geld."

Im Redaktionsbereich hatte der im Besitz der beiden Familienstämme Brost und Funke befindliche Konzern bereits kräftig den Rotstift angesetzt. Bei den nordrhein-westfälischen Blättern werden 287 Stellen im Redaktionsbereich gestrichen. Insgesamt beschäftigt der Konzern in Nordrhein-Westfalen noch 870 Redakteure. Darüber hinaus werden die Standorte in Soest und Verl sowie in Hilden bei Düsseldorf trotz zahlreicher Proteste geschlossen. Mit diesen Maßnahmen in der Redaktion will die WAZ-Gruppe 30 Mio. Euro sparen.

Hombach hatte zusammen mit den Konzernbetriebsräten ausgehandelt, auf Kündigungen in der Redaktion zu verzichten. "Es gab keine einzige betriebsbedingte Kündigung", sagte er. Die Arbeitsplätze werden vor allem durch Vorruhestandsregelungen sozialverträglich abgebaut.

Laut Hombach sind alle Blätter der WAZ-Gruppe mit Ausnahme der "Westfälischen Rundschau" profitabel. Sowohl die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) als auch die "Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung" (NRZ) schreiben schwarze Zahlen. Die im Sauerland beheimatete "Westfalenpost" dient nach einem Umbau zur Heimatzeitung derzeit als eine Art Labor für den Konzern. Womöglich stehen auch die anderen Blätter vor einem radikalen Umbau.

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