Zeitungen überschlagen sich mit Spekulationen
Käufer stehen scheinbar Schlange für Siemens-Handysparte

Das Rätselraten um die Zukunft der Siemens-Handysparte geht weiter. Am Wochenende war der taiwanische Computerhersteller Acer als möglicher Käufer genannt worden, am Sonntag Motorola.

HB MÜNCHEN/TAIPEH. Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld wolle am Mittwoch mit der Vorlage der Halbjahreszahlen einen Partner für die defizitäre Sparte präsentieren, berichteten Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Süddeutsche Zeitung. Verhandelt wurde nach Informationen verschiedener Zeitungen mit Motorola und Acer und Nortel. Siemens-Sprecher wollten die Informationen am Wochenende nicht kommentieren.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, die Verhandlungen mit Motorola seien weit fortgeschritten. Der US-Handy-Hersteller verspreche sich durch eine Partnerschaft mit Siemens einen besseren Zugang zum europäischen Markt. Motorola wollte schon einmal bei der Siemens-Mobilfunksparte einsteigen, seinerzeit scheiterten die Verhandlungen aber wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen.

Bei den Gesprächen mit dem taiwanischen Elektrokonzern Acer geht es laut Süddeutscher Zeitung um eine Kooperation und nicht um einen Komplettverkauf des Geschäftsfeldes. Acer dementierte allerdings. „Es hat überhaupt keine Kontakte (zwischen den beiden Firmen) gegeben“, sagte ein Sprecher am Montagmorgen. Der Bericht sei „nicht wahr“.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte am Samstag unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, die Verhandlungen zwischen Acer und Siemens seien bereits weit fortgeschritten. Siemens wollte den Bericht am Wochenende nicht kommentieren. Acer ist in Europa vor allem als Computerhersteller in Erscheinung getreten. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, das Unternehmen wolle in Zukunft sein Geschäft mit Multimedia-Elektronik ausbauen.

Im Gespräch ist nach Angaben des "Spiegel" auch ein Einstieg von Siemens beim kanadischen Telekom-Ausrüster Nortel. Das Nachrichtenmagazin berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, der Münchener Konzern prüfe, ob das Unternehmen mit Nortel kooperieren oder eine Beteiligung erwerben solle. Mitglieder des Aufsichtsrats hätten Hinweise auf ein Geheimtreffen hoher Siemens-Manager mit Kollegen des kanadischen Unternehmens bekommen. Kurz nach seinem Amtsantritt im Februar hatte Kleinfeld auch einen Verkauf der schwächelnden Handy-Sparte nicht ausgeschlossen.

Kurz nach seinem Amtsantritt im Februar hatte Kleinfeld auch einen Verkauf der schwächelnden Handy-Sparte nicht ausgeschlossen. Siemens hatte Anfang März mitgeteilt, die Kosten im Handygeschäft um bis zu eine Milliarde Euro senken zu wollen und den krisengeschüttelten Bereich so womöglich für einen Verkauf oder eine Partnerschaft herausputzen. Als mögliche Interessenten für die Handy-Sparte waren in Medienberichten bereits LG Electronics aus Südkorea und Ningbo aus China genannt worden.

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