Zeitungsbericht
ARD will Springer-Deal verhindern

Die Axel Springer AG stößt mit der geplanten Übernahme der größten deutschen TV-Kette ProSiebenSat.1 auf wachsenden Widerstand der Konkurrenz. Die ARD will einem Zeitungsbericht zufolge gegen den geplanten Deal mobil machen. Auch die Medienwächter kündigten eine genaue Prüfung an.

HB MÜNCHEN. Der öffentlich-rechtliche Sender ARD befürchte, der Zusammenschluss des führenden Pressekonzerns in Deutschland mit der größten kommerziellen Fernsehkette werde die Konkurrenz auf dem Werbemarkt einschränken, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Springer könne Industrie und Wirtschaft dann umfassende Werbepakete mit Fernsehen, Presse, Online, Teletext und Mobilfunk offerieren. Anderen Medienunternehmen seien, „solche Paketangebote geradezu unmöglich, ihre Wettbewerbsfähigkeit sinkt erheblich“, heißt es laut „SZ“ in einem internen Papier der ARD.

Auch die Holtzbrinck-Gruppe will beim Kartellamt deutlich Stellung beziehen gegen die Übernahme. Kartellamtschef Ulf Böge hatte zuvor als Probleme die marktbeherrschende Stellung der "Bild"-Zeitung angeführt sowie Verflechtungen Springers mit dem RTL-Haupteigentümer Bertelsmann im Zeitschriftendruck.

Die Medienwächter erklärten am Montag ebenfalls, bei der Übernahme der Sendergruppe die Folgen für die Meinungsvielfalt genau prüfen zu wollen. Nach dem Rundfunkstaatsvertrag sei der Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung entscheidend, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Wolfgang Thaenert.

Mehrmonatige Prüfung

Springer verfüge über eine starke Stellung im Zeitungsmarkt, die künftig mit der Kontrolle über fünf TV-Programme verbunden werden solle. Daher müsse der Zusammenschluss nicht nur kartellrechtlich, sondern auch medienrechtlich von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) geprüft werden.

Die KEK rechnet mit einer mehrmonatigen Prüfung. „Wir haben keine gesetzliche Frist, aber ich gehe davon aus, dass das eine Weile dauert“, sagte Geschäftsführer Bernd Malzanini. Das Bundeskartellamt habe etwa vier Monate für die Prüfung veranschlagt. „In der Größenordnung wird sich das voraussichtlich auch bei uns abspielen.“

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