Zeitungsbericht: Joint-Venture mit Hersteller aus Asien
Siemens soll Handy-Partner gefunden haben

Der Siemens-Konzern hat angeblich nach langer Suche einen Partner für seine verlustreiche Handysparte gefunden. Womöglich wird schon in der kommenden Woche der Namen eines Partners bekannt geben.

HB MÜNCHEN. „Es könnten bereits in den nächsten Tagen Nachrichten hierzu kommen“, sagte ein mit der Situation Vertrauter am Wochenende zu Reuters. Ein Siemens-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Er bestätigte aber, dass der Aufsichtsrat am Montag eine außerordentlich Telefonkonferenz abhalten wird. „Es geht dabei ums Handygeschäft. Ob etwas zu beschließen und zu veröffentlichen sein wird, dazu können wir uns nicht äußern.“ Die nächste ordentliche Sitzung des Kontrollgremiums hätte erst Ende Juli stattgefunden. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete am Samstag vorab, Siemens werde am Dienstag ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem asiatischen Mobiltelefonhersteller bekannt geben. Namen nannte das Blatt nicht.

Die Handysparte hatte Siemens in den vergangenen Quartalen Verluste im mittleren dreistelligen Millionenbereich beschert. Alleine von Januar bis März fiel ein Fehlbetrag von 138 (Vorjahr plus 13) Millionen Euro an. Das Siemens-Handygeschäft leidet Analysten zufolge vor allem unter zu langen Entwicklungszyklen und hohen Kosten. Im vergangenen Jahr hatten die Münchener stetig Marktanteile eingebüßt. Dem Marktforschungsinstitut Gartner zufolge war Siemens im Auftaktquartal 2005 gerade noch auf 5,5 Prozent nach 8,0 Prozent im Vorjahr gekommen und fiel damit auf Rang sechs hinter SonyEricsson zurück.

Der Konzern sucht seit Herbst nach einer Lösung und hatte zeitweise auch die Schließung sowie den Verkauf nicht ausgeschlossen. Ende April hatte der seit wenigen Monaten amtierende neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld dann angekündigt, das Segment mit rund 6000 Beschäftigen in Deutschland in eine rechtlich eigenständige Einheit auszugliedern und Partner dafür zu suchen. Bereits damals hatte es geheißen, es sei wahrscheinlich, dass die Münchener dabei die Mehrheit an dem Bereich abgeben. Dennoch werde es weiter Handys unter der Marke Siemens geben, hatte Kleinfeld versprochen.

Seit Monaten schießen die Spekulationen ins Kraut, wer als möglicher Partner von Siemens in Frage kommen könnte. Der südkoreanische Anbieter Samsung Electronics hatte beispielsweise ebenso wie Nortel abgewunken. Auch Motorola, Entwicklungspartner von Siemens im UMTS-Bereich, hatte offiziell ein Interesse verneint. Einem Bericht zufolge sollen beide Unternehmen aber bereits kurz vor einer Einigung gestanden sein.

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