Zeitungsbranche

E-Paper sind Wachstumsmotor der Verlage

Die digitale Zeitung boomt. Immer mehr Leser sind bereit, für Journalismus im Netz zu bezahlen. Beim Umsatz mit Print- und Online-Angeboten rechnen die Verlage 2015 mit einer Stabilisierung.
Update: 14.07.2015 - 14:15 Uhr Kommentieren
Die Auflagen von Zeitungen in Deutschlang sinken weiter, das digitale Angebot wächst dagegen – und wirft immer mehr Profit ab. Quelle: dpa
Zeitungsverleger dämmen Verlust ein

Die Auflagen von Zeitungen in Deutschlang sinken weiter, das digitale Angebot wächst dagegen – und wirft immer mehr Profit ab.

(Foto: dpa)

BerlinDie digitalen Angebote der Zeitungen sind der Wachstumsmotor der Branche. Die E-Paper-Auflage sei im ersten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel auf 733.000 gestiegen, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Dienstag in Berlin mit. Die Gesamt-Auflage ging um 4,32 Prozent auf 20,71 Millionen Exemplare (Vorjahreszeitraum: 21,51) zurück.

Für das laufende Jahr rechneten die Zeitungsverlage mit konstanten Zahlen im Vertriebs- und Anzeigengeschäft, erklärte BDZV-Geschäftsführer Jörg Laskowski. Der Gesamtumsatz belief sich 2014 auf 7,76 Milliarden Euro (-0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). In Deutschland erscheinen laut BDZV derzeit 351 Tageszeitungen mit 1528 Lokalausgaben.

Die Nutzerzahlen ihrer Onlineangebote gingen kontinuierlich nach oben und seien innerhalb eines Jahres um eine weitere Million auf 18,5 Millionen pro Woche gestiegen, erklärte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung. Insgesamt erreichten die Zeitungen mit ihren Angeboten von der gedruckten Ausgabe über den stationären PC bis zu Smartphone und Tablet jeden Tag rund 52 Millionen Menschen – drei Viertel der deutschsprachigen Bevölkerung.

Optimistisch beurteilten die Zeitungsverleger die Entwicklung bei den Bezahlangeboten im Internet. Im Moment forderten 107 Verlage von ihren Lesern Geld für die Nutzung der Webangebote, ein Jahr zuvor seien es erst 73 gewesen. Bis Jahresende rechnet der BDZV mit mindestens 120 Zeitungen.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
1 von 11

Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
2 von 11

Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
3 von 11

Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
4 von 11

Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
5 von 11

Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
6 von 11

Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
7 von 11

Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Die Zahlungsbereitschaft der Leser steige weiter, sagte Fuhrmann. In den Köpfen der Menschen sei angekommen, dass guter Journalismus auch im Netz seinen Preis habe. Jeder dritte deutsche Internetnutzer hat laut BDZV im vergangenen Jahr für redaktionelle Inhalte monatlich im Schnitt 15 Euro ausgegeben.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Zeitungsbranche - E-Paper sind Wachstumsmotor der Verlage

0 Kommentare zu "Zeitungsbranche: E-Paper sind Wachstumsmotor der Verlage"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%