Zeitungshäuser schocken Branche mit Billigbüchern
Random House rüstet sich für Preisschlacht

Mit ihrem Einstieg ins Buchgeschäft sorgen „Bild“ und „Süddeutsche Zeitung“ für heftigen Wirbel in der Literaturbranche. Deutschlands größtes Buchverlagshaus, die Bertelsmann-Tochter Random House, arbeitet mit Hochdruck daran, Abwehrstrategien gegen die neuen, mächtigen Konkurrenten zu entwickeln.

HB FRANKFURT. Bei Random House, unter dessen Dach sich Verlage wie Goldmann, Heyne, C. Bertelsmann, Siedler, Knaus und Luchterhand vereinen, sieht man die Rendite in Gefahr. „Durch Bild und Süddeutsche ist das Preisgefüge der Branche schwer getroffen“, klagt Klaus Eck, verlegerischer Geschäftsführer der Bertelsmann- Buchtochter. Die Bibliotheken der Zeitungshäuser böten mit 4,99 Euro ein gebundenes Buch fast zur Hälfte eines Taschenbuches an, erläutert Eck. Der durchschnittliche Preis eines Paperbacks liegt in Deutschland bei 8,20 Euro.

Bereits seit dem Frühjahr offeriert die „Süddeutsche Zeitung“ eine Buchreihe prominenter Bestseller, das Boulevardblatt „Bild“ folgt nun mit wenig Verspätung. Nicht nur die kostengünstige Werbung in den eigenen Zeitungen verschafft dem „Bild“-Mutterverlag Springer und dem Süddeutschen Verlag einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber den traditionellen Buchverlagen. Auch der zusätzliche Vertriebsweg der Bestseller-Bibliotheken über die Kioske macht die Zeitungshäuser zu ernsthaften Konkurrenten in der Branche.

Random House will den Zeitungsverlegern das Feld nicht kampflos überlassen. „Die Verlage werden in den nächsten Monaten kreativ darauf reagieren“, sagt Klaus Eck. Als ersten Schritt kündigte er an, weitere Abdruckrechte für die Billig-Bücherreihe der „Bild“-Zeitung“ auf den Prüfstand zu stellen. Springer hatte von Heyne drei Lizenzen für die „Bild Bestseller Bibliothek“ erworben: Robert Harris („Enigma“), James Clavell („Tai-Pan“) und Mary Higgins Clark („Mondlicht steht dir gut“). Pikanterweise hatte Random House den Heyne-Verlag erst im November letzten Jahres von Springer gekauft. Der „Bild“-Konzern war zum damaligen Zeitpunkt noch der Ansicht, sich vom wenig renditestarken Buchgeschäft verabschieden zu wollen.

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