„Zeitungskrieg“ in London
Die Schlacht an der Themse

Auf dem Londoner Zeitungsmarkt beharken sich jetzt auch die Gratisblätter. Experten befürchten jedoch, dass es schon bald ein erstes Opfer geben wird, denn die Verlage müssen den Werbekunden beweisen, dass die Zeitungen nicht nur verteilt sondern auch gelesen werden.

LONDON. Um Punkt 12 Uhr am vergangenen Mittwoch war die erste entscheidende Schlacht im „Londoner Zeitungskrieg“ geschlagen. Nun mag das ein wenig martialisch klingen, aber schließlich spielt die Auseinandersetzung in Großbritannien und die Briten haben bekanntlich eine Vorliebe für drastische Vergleiche. Außerdem trifft der Begriff die Sache ziemlich präzise.

Am Mittwoch von zwölf Uhr Mittags bis zur abendlichen Rush Hour verteilten hunderte von Boten zum ersten Mal 400 000 Exemplare der neuen Gratiszeitung „London Lite“ im Zentrum der britischen Hauptstadt. Damit hat der Platzhirsch auf diesem Markt, der Verlag Associated Newspaper, den Frontalangriff des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch erst einmal abgewehrt.

Murdochs Zeitungsgruppe News International, die auch die „Times“ herausgibt, drängt mit Macht in den Markt für Gratiszeitungen. 100 Millionen Pfund soll der Australier in sein Projekt „Thelondonpaper“ gesteckt haben, das „London Lite“, vom inhaltlichen Konzept bis zur Auflage zum verwechseln ähnelt. Seit Monaten liefern sich die beiden Kombattanten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den frühesten Erscheinungstermin. Erst vor wenigen Tagen hatte Ian Clat, General Manager, von News International, siegesbewusst angekündigt, „Thelondonpaper“ werde zwei Wochen früher als geplant, nämlich schon am 4. September erscheinen. Nun ist ihm die Konkurrenz doch noch zuvor gekommen.

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