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Zeitungssterben: Leser retten Tageszeitung „Junge Welt“

Nach dem Aus für die „Financial Times Deutschland“ scheint der Tod der nächsten Tageszeitung vorerst abgewendet. Der Rettungsappell der schwer angeschlagenen linken Tageszeitung „Junge Welt“ hat Wirkung gezeigt.

Die „Financial Times Deutschland“ hat die Krise der Zeitungsverlage nicht überlebt. Quelle: dapd
Die „Financial Times Deutschland“ hat die Krise der Zeitungsverlage nicht überlebt. Quelle: dapd

BerlinWachsende Abonnementzahlen und eine große Spendenbereitschaft der Leser haben die drohende Einstellung der Tageszeitung „junge Welt“ (Berlin) abgewendet. Mit einer Zunahme der täglich verkauften Auflage um 1000 Exemplare im letzten Quartal 2012 sei der wirtschaftliche Grundstein dafür gelegt, dass die Zeitung im Jahr 2013 „in Ruhe arbeiten kann“, sagte Geschäftsführer Dietmar Koschmieder in Berlin laut einer Mitteilung vom Sonntag.

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Anfang Oktober hatten sich die Mitarbeiter von Verlag und Redaktion angesichts einer kritischen finanziellen Lage mit einem Rettungsappell an die Öffentlichkeit gewandt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die linksgerichtete Tageszeitung eine Auflage von 17.000 Exemplaren, von denen 13.000 an Abonnenten gingen.

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Wenn alle Internetnutzer der „jungen Welt“ sowie Kiosk-Käufer und Interessierte ein Abo bestellen würden, könne die wirtschaftliche Schieflage ausgeglichen werden, hieß es damals. Allein 2012 habe sich bis August ein Fehlbetrag von mehr als 100.000 Euro angesammelt.

Die Tageszeitung „junge Welt“ wurde 1947 gegründet und war zu DDR-Zeiten Zentralorgan der staatlichen Jugendorganisation FDJ (Freie Deutsche Jugend). Nachdem die zeitweise auflagenstärkste Tageszeitung der DDR 1995 eingestellt worden war, führte ein Teil der Redaktion sie zunächst in Eigenregie fort. 1998 übernahm der neue Mehrheitseigentümer des Verlages, die Genossenschaft junge Welt eG, teilte das Unternehmen weiter mit.

 

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