Zerschlagung befürchtet
Investoren bieten angeblich 40 Milliarden für Vivendi

Die Investorengruppe Sebastian Holdings hat nach Angaben aus Kreisen ein Angebot für den französischen Musik- und Telekommunikationskonzern Vivendi vorgelegt. Höhe: 40 Mrd. Euro. Vivendi fürchtet nun offenbar, zerschlagen zu werden.

HB PARIS. Das Angebot gehe auf eine Anfrage Vivendis zurück und sei als freundlich zu bezeichnen, sagte am Mittwoch eine mit der Sache vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Vivendi erklärte indes, weder eine Angebot erhalten, noch eine Anfrage dazu gestellt zu haben.



Sebastian habe 33,50 Euro je Vivendi-Aktie geboten, hieß es in den Kreisen. Die Aktien von Vivendi notierten am Mittwochvormittag 5 Prozent fester mit 29,20 Euro. Gemessen an dem Schlusskurs vom Dienstag mit 27,80 Euro war Vivendi an der Börse mit 32,1 Mrd. Euro bewertet.

Das Unternehmen hatte am Morgen über den Erwartungen liegende Quartalszahlen vorgelegt und seine Prognose angehoben. Dabei hatte Vivendi zudem mitgeteilt, es habe eine Forderung Sebastians abgewiesen, Vivendi aufzuspalten.

In Medienberichten hatte es wiederholt geheißen, Sebastian wolle, dass sich Vivendi entweder auf das Medien- oder aber auf das Telekom-Geschäft konzentriert. Vivendi-Chef Jean-Bernard Levy hat dies mehrfach zurückgewiesen, aber auch die Bereitschaft zu einem Dialog mit Sebastian bekundet.

„Es hat eine Reihe von Treffen und Diskussionen gegeben, seit Sebastian bei Vivendi eingestiegen ist“, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch. „Das Ergebnis dieser Treffen war die Forderung, ein Angebot vorzulegen.“ Nun habe es eine Offerte für die gesamte Vivendi-Gruppe im Volumen von mehr als 40 Mrd. Euro gegeben. Es sei allerdings schwer zu verstehen, wie ein Angebot für die ganze Gruppe als Offerte für eine Zerschlagung ausgelegt werden könne.

Schon im März hatte es in Kreisen geheißen, der Norweger Vik und der Investor Amir Jahanchahi planten die Zerschlagung Vivendis. Sie versuchten derzeit, weitere Partner für ihr Vorhaben zu gewinnen, hieß es damals. Branchenexperten hatten einen solchen Vorstoß Sebastians als nicht chancenlos bezeichnet, da die Aktien von Vivendi breit gestreut seien.

Erst vor wenigen Tagen hatte es zudem Gerüchte gegeben, die britische Vodafone könnte 34 Euro pro Vivendi-Aktie bieten und sich damit den Zugriff auf die Mobilfunksparte SFR sichern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%