Zerschlagung droht
Konkurrenz will Kabelkonzern Orion übernehmen

KDG und Unitymedia sind am drittgrößten Deutschen Kabelkonzern interessiert – die Telekomkonzerne nehmen die Branche ins Visier.

Die Kabelkonzerne Kabel Deutschland (KDG) und Unitymedia wollen von einer Neuordnung des deutschen Marktes profitieren. Die beiden Marktführer strecken ihre Hände nach der angeschlagenen Nummerdrei im deutschen Kabelgeschäft, Orion (Primacom, Tele Columbus) aus. Auch in der Telekombranche wächst offenbar das Interesse. Orion droht die Zerschlagung, weil die Escaline-Gruppe, zu der das Unternehmen gehört, mit Verbindlichkeiten von insgesamt 1,7 Mrd. Euro überschuldet ist. „Sollte es zu einem Verkauf kommen, sind wir interessiert“, sagte ein Unternehmenssprecherin von KDG. Das Münchener Unternehmen erhofft sich durch den Kauf von Orions Kundenkontakten, im Internet und Telefongeschäft zu wachsen.

Der Branchenprimus könnte zudem wegen seiner soliden Finanzierung Orion aus der finanziellen Schieflage befreien. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen gab es bereits Gespräche zwischen beiden Unternehmen. Orion hat nach eigenen Angaben 3,2 Mio. Kunden und ist vor allem in Ostdeutschland stark. Bereits 2008 hatte KDGChef Adrian von Hammerstein von Orion Kabelnetze in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Mecklenburg mit 1,1 Mio. Kunden erworben. Das Geschäft sorgte aber für viel Ärger. Am Ende verpflichtete ein Schiedsentscheid Orion, wegen eines zu hohen Kaufpreises 67,5 Mio. Euro an KDG zurückzuzahlen. Der Preis für die 1,1 Mio. TV-Abonnente sank so von 490Mio. Euro auf 424 Mio. Euro. Auf die Kunden von Orion hat auch der Branchenzweite Unitymedia einen begehrlichen Blick geworfen. „Wir gucken uns alle Netze an, die auf den Markt kommen. Uns interessieren insbesondere die Orion-Netze in Hessen und Nordrhein-Westfalen“, sagte ein Unternehmensinsider. Offiziell lehnte der Kölner Konzern eine Stellungnahme ab.

Unitymedia, eine Fusion des hessischen Anbieter Iesy und des nordrheinwestfälischen Kabelkonzerns Ish, könnte weitere direkte Kundenzugänge – in der Branche letzte Meile genannt – gut gebrauchen. Unitymedia-Chef Parm Sandhu versucht im Auftrag der Eigner, den Finanzinvestoren Apollo und BC Partners, eine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Finanzkreise hatten zuletzt über einen baldigen Börsengang von Unitymedia spekuliert. EinKonzernsprecher wolltekeine Stellung nehmen. Am nächsten Donnerstag legtUnitymedia sein Halbjahresergebnis vor.

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