Ziebart tritt ab - Bauer wird Nachfolger
Infineon versucht es mit neuem Chef

Der Chiphersteller Infineon tauscht seinen Vorstandschef aus. Wolfgang Ziebart lege sein Amt zum 1. Juni nieder, teilte das Münchener Unternehmen am Montagabend mit. Sein Nachfolger steht schon fest. Dieser kündigte nach Jahren mit hohen Verlusten sofort kräftige Einschnitte an.

MÜNCHEN. Der Chiphersteller Infineon tauscht seinen Vorstandschef aus. Am Montag teilte das Münchener Unternehmen mit, Wolfgang Ziebart lege sein Amt zum 1. Juni "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens nieder". Ihm folgt Peter Bauer, der schon seit neun Jahren im Vorstand des zweitgrößten europäischen Chipherstellers sitzt.

Infineon kämpft seit Jahren mit hohen Verlusten. Ziebart ist es in seiner fast vierjährigen Amtszeit trotz eines tiefgreifenden Umbaus nicht gelungen, den Konzern nachhaltig in die schwarzen Zahlen zu führen.

Die Investoren nahmen den Wechsel an der Spitze denn auch positiv auf. Nachdem der Kurs im Tagesverlauf um mehr als zwei Prozent gesunken war, machte die Aktie die Verluste im späten Handel wieder wett.

Dass Ziebart gerade jetzt geht, ist kein Zufall. Seit Wochen wird bereits darüber spekuliert, Infineon könnte mit dem niederländischen Wettbewerber NXP zusammengehen. Offenbar gibt es bereits weit fortgeschrittene Gespräche mit der früheren Philips-Sparte. Ziebart soll sich gegen diese Verbindung ausgesprochen haben.

Dazu kommt, dass ihm einige Aufsichtsräte vorwerfen, die Umstrukturierung zu zögerlich voranzutreiben. Darüber hinaus habe er die verlustreiche Speicherchip-Tochter Qimonda nach deren Börsengang 2006 nicht mehr genügend unter Kontrolle gehabt. Qimonda hat Infineon in den vergangenen Quartalen tief in die roten Zahlen gedrückt. An dem Dram-Hersteller hält Infineon noch immer die Mehrheit.

Im Aufsichtsrat gab es eine breite Mehrheit für Bauer. "Das war nahezu unumstritten", sagte ein Aufsichtsratsmitglied dem Handelsblatt. "Es war die beste Entscheidung, die wir in der derzeitigen Situation treffen konnten." Es sei jetzt zu hoffen, dass die "Personalspielchen" beendet seien.

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