Ziggo-Übernahme
Was wird aus René Obermann?

Kurzes Intermezzo für René Obermann: Der frühere Telekom-Chef lenkt erst seit wenigen Wochen den niederländischen Kabelanbieter Ziggo. Der wird jetzt vom US-Konzern Liberty Global gekauft – und der Manager will gehen.
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UtrechtZum Jahresanfang hat René Obermann einen für einen Topmanager ungewöhnlichen Schritt gewagt: Er räumte den Chefsessel bei der Deutschen Telekom und wechselte an die Spitze des vergleichsweise unbedeutenden niederländischen Kabelnetzbetreibers Ziggo. Er wolle noch einmal „näher an den Maschinenraum“, sagte der 50-Jährige. Doch nur wenige Wochen später ist der Traum ausgeträumt. Obermann wird das Unternehmen wohl nach nur wenigen Monaten wieder verlassen.

Denn nicht nur Obermann fand den wachstumsstarken niederländischen Konzern attraktiv, sondern auch der US-Kabelgigant und Ziggo-Großaktionär Liberty Global. Er will den holländischen Wettbewerber komplett schlucken und ist bereit, dafür knapp sieben Milliarden Euro an die anderen Aktionäre zu zahlen. Am Montag empfahl die Ziggo-Führungsspitze den Aktionären einstimmig, das Angebot des Kabel-Cowboys John Malone anzunehmen. Auch Obermann plädierte dafür. Doch gleichzeitig machte er klar, dass er nach der Übernahme nicht an Bord bleiben werde.

Künftig als Regionalchef eines US-Konzerns zu arbeiten, dass passt wohl nicht in die Zukunftsplanung Obermanns. Denn der Manager hat bisher fast sein gesamtes Berufsleben auf der Überholspur verbracht. Schon im Alter von 43 Jahren übernahm er den Chefsessel bei Deutschlands größtem Telekommunikationskonzern. Der Posten galt damals als einer der schwierigsten Jobs in der deutschen Wirtschaft.

Eigentlich hatte Obermann da fast alles erreicht, wovon ein Topmanager träumen kann. Er lenkte einen der größten deutschen Dax-Konzerne. Er verdiente Millionen. Und die Ehe mit der ZDF-Moderatorin Maybrit Illner brachte zusätzlichen Glamour. Sieben Jahre kämpfte Obermann darum, den nur schwer manövrierbaren Supertanker Telekom auf neuen Kurs zu bringen. „Eigentlich war immer irgendwo Alarm“, sagte er auf seiner letzten Hauptversammlung.

Und dann wollte er noch einmal etwas ganz anders machen. Schließlich ist Obermann kein „typisches Konzerngewächs“. Bereits vor seiner Blitzkarriere bei der Telekom hatte er 1986 eine kleine Firma gegründet und sie zu einem mittelständischen Unternehmen mit mehreren hundert Angestellten entwickelt. Er kündigte seinen vorzeitigen Abschied bei der Telekom an. Er wolle wieder stärker unternehmerisch geprägte Aufgaben übernehmen, betonte Obermann damals und befand: „Ziggo passt daher perfekt.“ Die Gefahr einer Übernahme durch Liberty unterschätzte er damals wohl.

Um die Zukunft Obermanns muss man sich aber keine Sorgen machen. Nach seinem Vertrag steht Obermann bei einer Trennung wegen Eigentümerwechsels eine Abfindung zu. Sie dürfte nicht unbeträchtlich sein. Denn Obermann hatte als Ziggo-Chef nicht nur Anspruch auf ein Festgehalt von 750 000 Euro, sondern konnte auch mit Bonuszahlungen in Millionenhöhe rechnen.

Wahrscheinlich wird man den Manager in nicht allzu langer Zeit in einer verantwortungsvollen Position bei einem anderen Konzern sehen. Der Abschied von Ziggo sei „kein Karrierebruch“, meint Wolfram Tröger vom Bundesverband der Unternehmensberater (BDU). Im Hintergrund laufe die Suche nach einer neuen Aufgabe für Obermann sicher bereits auf Hochtouren. Allerdings könne dies ein bischen dauern. „Solche Positionen wachsen schließlich nicht auf den Bäumen.“ Außerdem werde Obermann seinen nächsten Schritt nach der Erfahrung bei Ziggo sicher „sehr genau prüfen“, glaubt der Headhunter.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ziggo-Übernahme : Was wird aus René Obermann?"

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  • Nun da muss ich doch sagen, fleissig fleissig, da hat also mr. Malon ueber weihnachten und silvester die spontane entscheidung getroffen die hollaender zu kaufen!!?? Oder war das
    Allen beteiligten schon vorher mehr oder weniger klar und man hat wieder einmal ein tolles
    Geschaeft gerochen, abfindungen ect.
    Gut fuer hdrrn obermann!!!

  • schaun Sie sich mal den werdegang von Ron Aron Sommer an, der die telekomaktionäre damals "eingeführt" hat, der ist so richtig deutsch.

  • Ich fürchte, sie irren. Das alles ist erst der Anfang, da kommen noch ganz andere Dinger. Wenn sie mal in die Geschichtsbücher schauen, werden sie entdecken, was man alles mit Menschen machen kann, bevor sie anfangen sich zu wehren. Und davon sind wir in Deutschland/Europa noch weit entfernt.

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