Zitterpartie: MetroPCS verteidigt geplante Fusion mit Telekom-Tochter

Zitterpartie
MetroPCS verteidigt geplante Fusion mit Telekom-Tochter

T-Mobile USA will mit MetroPCS fusionieren. Doch immer mehr Aktionäre wenden sich gegen den Plan. Berater bemängelten, MetroPCS werde bei dem Deal zu niedrig bewertet. Dem widersprach das Unternehmen.
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New York/FrankfurtFür die Deutsche Telekom wird die geplante Fusion ihrer US-Tochter zur Zitterpartie: Immer mehr Aktionäre und Aktionärsberater wenden sich gegen die Hochzeit von T-Mobile USA und MetroPCS. Die einflussreichen Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) und Glass Lewis empfahlen den MetroPCS-Aktionären, bei der Hauptversammlung gegen den Plan zu stimmen. MetroPCS selbst bat seine Aktionäre am Montag noch einmal in einem Brief, der Fusion zuzustimmen. Die Anteilseigner sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 12. April über das Milliardengeschäft entscheiden.

Die für viele institutionelle Anleger tätigen Berater bemängelten, MetroPCS werde in dem Deal zu niedrig bewertet. Der Rat dieser Firmen hat in den USA Gewicht – Aktionäre richten ihr Stimmverhalten daran aus. „Wir halten das für einen bedeutenden Vorgang, denn Index-Fonds folgen oft den Vorgaben von ISS", sagte Analystin Jennifer Fritzsche von Wells Fargo. Die MetroPCS-Aktionäre seien an dem neuen Unternehmen nicht ausreichend beteiligt, erklärte ISS. Zudem hätte MetroPCS als eigenständiges Unternehmen eine bessere Zukunft.

Dem widersprach das US-Unternehmen: Es sei nicht sicher, dass MetroPCS als eigenständiges Mobilfunkunternehmen mehr Wert für die Aktionäre erwirtschaften könne als zusammen mit T-Mobile USA. Der Vorstand empfehle den Anteilseignern daher einstimmig, zu ihrer grünen Stimmkarte zu greifen und das Angebot anzunehmen. „Wenn der vorgeschlagene Zusammenschluss nicht genehmigt wird, kommen die Aktionäre von Metro-PCS nicht in den Genuss seiner überzeugenden Vorteile", hieß es in dem Schreiben.

Nach derzeitiger Planung soll die Telekom nach der Fusion drei Viertel der Anteile halten, die bisherigen MetroPCS-Gesellschafter bekommen den Rest sowie 1,5 Milliarden Dollar in bar. Einige MetroPCS-Aktionäre hoffen auf ein besseres Angebot.

Ein Sprecher der Telekom hatte erklärt, die Bonner würden das Angebot nicht versüßen. Auf der Hauptversammlung von MetroPCS am 12. April in Texas muss die Mehrheit der Eigner für die Fusion mit der Telekom-Tochter stimmen, sonst platzt die Hochzeit. MetroPCS ist das fünftgrößte Mobilfunkunternehmen der USA, T-Mobile rangiert auf Platz vier.

Bislang zeichnete sich für die Telekom bei ihrem wichtigsten Projekt in Amerika ein Ja-Wort ab, denn es rebellierten lediglich zwei MetroPCS-Großaktionäre mit zusammen zwölf Prozent der Aktien. Dabei handelt es sich um die US-Anlagefirmen P. Schoenfeld Asset Management sowie Paulson & Co - letztere ist größter MetroPCS-Aktionär.

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