Zoff mit Springer
Sky sieht sich im Streit um Fußball-TV im Recht

Sky bleibt hart: Der Pay-TV-Sender will weiterhin Zusammenfassungen der Bundesliga über eine neue App zeigen. Trotzdem will der Springer-Konzern wohl vorerst auf eine Klage verzichten.
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DüsseldorfDer Bezahlsender Sky will im Streit-Streit mit Axel Springer um die Bundesliga-Übertragung auf Smartphones und Tablet-Computer nicht einknicken. „Wir senden nichts, wovon wir keine Rechte haben“, heißt es von den Verantwortlichen des Bezahlsenders. Auch auf die Drohung von Mathias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, rechtliche Schritte gegen den Münchner Bezahlsender einzuleiten. „Offenbar hat man bei Springer nicht verstanden, welche Rechte die anderen erworben haben.“

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) befindet sich im App-Streit um die Bundesliga in einer Zwickmühle.  Laut DFL werde es auf der Sport-App von Sky „mit Zustimmung der DFL keine lineare kurze Berichterstattung zur Bundesliga geben, die die vertraglich eingeräumte Exklusivität von Rechtepaketen verletzt.“ Der Medienkonzern Axel Springer, der die Rechte auf Bundesliga-Mitschnitte für Bild.de erworben hat, will vorerst auf einen Rechtsstreit verzichten. Das gelte für das Fall, dass Sky die Rechte des Verlages nicht verletze. „Es ist gut, dass die DFL unmissverständlich erklärt hat, dass exklusive Verwertungsrechte klar Bestand haben und nicht von anderen Rechteinhabern verletzt werden dürfen“, teilte die Axel Springer AG mit. Zuvor hatte Springer-Chef Mathias Döpfner noch erklärt, rechtliche Schritte einzuleiten „falls es notwendig sein sollte“.

Springer sieht sich im Recht. „Es ist gut, dass die DFL unmissverständlich erklärt hat, dass exklusive Verwertungsrechte klar Bestand haben und nicht von anderen Rechteinhabern verletzt werden dürfen“, sagte ein Konzernsprecher in Berlin. „Wir bauen auf die DFL, dass sie alle Angebote, die unser Recht auch nur im Ansatz beschädigen oder beinträchtigen, entsprechend ihrer eigenen Aussage konsequent unterbindet.“

Sky-Chef Brian Sullivan war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er hält sich derzeit in Los Angeles für einen Investorentag seines amerikanischen Mutterkonzerns auf. In einer Telefonkonferenz mit Analysten betonte der CEO: „Unsere App ist im Grunde genommen ein Streaming-Service, ein linearer Kanal. Im Wesentlichen stellt sie denselben Sportsender dar, den wir auch im Fernsehen ausstrahlen. Die Springer App hingegen bietet Flexibilität beim Abruf von On-demand-Clips der Bundesliga und der 2. Bundesliga.“ Er sei der Ansicht, dass sie sich beide Angebote hervorragend gegenseitig ergänzen würden. Er beschwichtigte: „Ich bin überzeugt, dass wir eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden werden.“ Gleichzeitig gab sich der Amerikaner optimistisch. „Wir suchen keinen Streit. Was wir suchen, sind langfristige Partnerschaften.”

Sky bietet die Bundesliga-Spiele über sein App unmittelbar nach Abpfiff an. Dabei handelt sich es sich um ein laufendes Programm. Bei Bild.de sind die Bundesliga-Spiele erst eine Stunde nach Spielende auf Smartphone und Tablet-PC abrufbar. Sie können so oft aus dem Internet herunter geladen werden, wie der Nutzer das möchte.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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