Zombies als Kassenschlager
Ein (un)todsicheres Geschäft

Brad-Pitt-Fans fiebern dem Kinostart von „World War Z“ und einer Menge Untoter entgegen, ein junger Japaner wird mit einem Zombie-Spiel zum Milliardär . Über die Faszination des Horrors – und das Geschäft damit.
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DüsseldorfDie Weltöffentlichkeit hatte am Wochenende vor allem Augen für Angelina Jolie, die ihren Lebenspartner Brad Pitt zu Londoner Premiere des Streifens „World War Z“ begleitete – ihr erster öffentlicher Auftritt seit der Mitteilung über ihre Brustamputation. Der neue Streifen mit Pitt in der Hauptrolle geriet darüber fast ins Hintertreffen. Ein Kassenschlager dürfte der Film aber dennoch werden, denn er erhält einen Erfolgsgarant: Zombies, viele Zombies.

Die Untoten machen nicht nur Hollywood die Kassen voll. So verdankt Naruatsu Baba seinen Aufstieg in die Liste der Milliardäre der Welt vor allem Horden von Untoten. Zombies haben den 35-jährigen Computerspieleentwickler reich gemacht. Der Aktienkurs seines Unternehmens Colopl, das Handy-Spiele wie „Catastrophic Zombies" entwickelt, hat sich seit dem Börsengang im Dezember versechsfacht. Mit mehr als 1,4 Milliarden Dollar wird Babas Firma aktuell bewertet. Der junge Japaner hält an Colopl noch 69 Prozent. Damit schaffte er es jüngst in den Vermögensindex der Nachrichtenagentur Bloomberg, der regelmäßig aktualisiert wird.

Doch der smarte Unternehmensgründer will mehr. China, Südkorea, Amerika: Baba setzt auf Expansion. „Wir werden Spiele machen für Japan und für die Welt“, kündigte der App-Produzent kürzlich in einem Interview an. Analysten wie Takashi Oka von TIW Inc. in Tokio haben keinen Zweifel daran, dass „die Firma exponentiell wächst“.

Schon jetzt ist das 2008 gegründete Unternehmen mit fünf Titeln in den weltweit 32 erfolgreichsten Spiele-Apps für Android-Smartphones vertreten. In weniger als einem Jahr, so heißt es auf der Homepage von Colopl, wurden Babas Zombie- und Horrorspiele rund zehn Millionen Mal heruntergeladen. Das entspricht gut acht Prozent der japanischen Bevölkerung.

Doch was ist wohl so faszinierend an der ganzen Zombie-Thematik? Und warum schauen sich Menschen Filme an, in denen blasse und blutverschmierte Untote mit schlurfendem Gang umherirren und Gehirne fressen? Warum geben sie ihr Geld für Comics aus, die nicht selten so übertrieben und pubertär sind, dass man sich dabei weder gruselt noch ekelt? Ein Genre, das nicht totzukriegen ist - und Fragen aufwirft.

„Mir geht es dabei gar nicht so sehr darum, die Knochen knacken zu hören und zu sehen, wie Eingeweide rausgerissen werden, wenn Zombies Menschen lebendig auffressen“, erzählt Moritz Limanski aus Köln. „Es ist mehr die Metapher der gesellschaftlichen Apokalypse, die mich daran fasziniert.“ Der junge Webdesigner spricht wohl für viele Zombie-Fans auf dieser Welt. „Wir leben in einer Zeit, die diese apokalyptischen Strömungen sehr stark popularisiert hat und dadurch die Zombiemetapher zu einem ihrer Ausdrucksbilder, zu einem ihrer Ikonen erklärt hat“, weiß der Siegener Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. „Und deswegen funktioniert das momentan sehr gut.“

Kommentare zu "Ein (un)todsicheres Geschäft "

Alle Kommentare
  • @ pool und sutela: Ich bin zwar kein Fan von Zombiefilmen aber laßt einfach jedem seine Art der Unterhaltung. Und informiert euch, bevor ihr hier irgendeinen unqualifizierten Kram schreibt. Eure Vorwürfe an dieses Genre sind alt. Uralt. Und sie entbehren jeder Grundlage.

    Sowohl Science-Fiction als auch Horror sind immer ein Mittel um das Fremde oder das Grauen im eigenen Selbst zu entdecken.

    Ich bedaure, daß Fredric Wertham anscheinend bei ihnen ganze Arbeit geleistet hat.

  • O-Ton Staatsanwalt
    ---------------------
    Die Anklage wirft ihm hingegen vor, er habe damit rechnen müssen, dass die Waffe für die Tötung von Menschen eingesetzt werden sollte.
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    Damit muß man bei jeder Waffe rechnen - das liegt in der Natur von Waffen.

    Das besagt aber noch lange nicht, daß es sich bei diesen Tötungen um Mord handelt.

    Es kann sich auch um eine Körperverletzung mit Todesfolge in einer Notwehrsituation handeln.

    ...
    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Was hat die CDU vor? Dass die derzeitige Politik eine Schraube ohne Ende ist, ein Weg ohne Wiederkehr, das ist ganz offensichtlich. Und es gibt ja auch kaum eine Seite mehr im Netz, die dies sanft oder aggressiv anerkennt.

    Die despotischen und oft asozialen Äusserungen diverser Politiker sind den meisten bekannt ob die Merkels oder Fischer oder Schilys oder Bushs oder Obamas.

    In Obamas Administration ist ein Mann, der ganz offen den Massenmord an der "überschüssigen" Menschheit proklamiert über die Vergiftung der Lebensmittel. Die Infrastruktur liesse dies ohne weiteres zu:

    AUSROTTUNG - Webster Tarpley & Elite's Plan for Global Extermination [Deutsche Untertitel] - YouTube

    https://www.youtube.com/watch?v=3IE_dpU95zk

    Und diese Pläne sind länbgst auch im Mainstream angekommen. Da gibt es gar keinen Zweifel!
    (...)

    Die Gefahren des Fracking sind weithin bekannt. Selbst die ÖR-RUndfunkanstalten warnen lautstark, dass das Grundwasser damit vergiftet würde!

    http://www.youtube.com/watch?v=5kdRDY6d4pE

    http://www.youtube.com/watch?v=-OxbRxxAnfY

    Monitor - "Fracking" Einfach mal Gift ins Grundwasser ! - YouTube

    http://www.youtube.com/watch?v=eO_5j37F_q4

    (...)
    Dass die CDU tatkräfttig mitwirken will bei der Brunnenvergiftung, auch daran gibt es gar keinen Zweifel!
    (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Wir Konsumsklaven sind alle ein wenig Zombie.

  • Guten Tag,
    Das Zombie Genre und vor allem den Comic in die vorpupertaere Schmuddelecke zu stecken, zeigt zunaechst eines sehr deutlich: dass sowohlndie Thematik des Genres sowie ihr Medium des Comics nicht verstanden werden, sondern mithilfe gaenginger Vorurteile abgetan werden. Leider ist die immer noch ein in Deutschland sehr weit verbreitete Reaktion auf Comics und die Thematisierung von Gewalt. Ich habe bereity Fortbildungen fuer Lehrer zu Comic gehalten und auch im Unterricht ei Zombie Comic gelesen, besprochen und ausgewertet. Ueber die Bibel, die Staatstheorie von T. HOBBES auch die Freudsche Psychoanalyse haben wir eine Vielzahl von Fragen durchgenommen, sowie politische Diskurse eingearbeitet die seither das Filmgenre der Zombiefilme geprägt haben. Bevor man etwas wie das augenscheinlich sehr populaere und auch sehr vielseitige Genre pauschal vorverurteilt, sollte man doch ein wenig mehr recherchieren um was es eigentlich geht. Das der Zombies mittlerweile zu einer Gelddruckmaschine geworden ist, ist dabei schon ein Grund fuer sich, sich differenzierter.mit dem Phaenomen zu beschaeftigen. Ein Comicfreund

  • Wie lächerlich waren da die Kriegsbrettspieler im 3. Reich. Trotzdem heuchelt der mainstream das unglaublich geschärfte Bewusstein und wird nicht müde, diese Lächerlichkeit im Verhältnis zu verurteilen.

    Im Römischen Reich betäubte die Senatorenelite die Masse mit blutigen Gewaltxezessen im cirsus maximus - Daumen runter! Töte ihn! Da fielen die Kriege der Römer gar nichts in Gewicht. In den Mietshäusern beurteilte man sie wie sportliche Wettkämpfe.

    Wer die Umkehrung aller Werte veranlasst hat, ich sag's lieber nicht. Denn was damit bezweckt werden soll, ist ganz offensichtlich.

    Man, man, man, diese Menschheit ist vielleicht auf dem Holzweg. Das wird ein böses Erwachen geben. Und kein Korrektiv in Sicht.





  • Mir ist mal wieder völlig unklar, warum diese Zombie-, Teminator-, Kriegsfilmballerei aus Hollywood nicht unter Propaganda subsumiert wird? Es toben ja auch immer mehr soziale Unruhen, soziale Übergriffe, Morde via Drohnen, Kriege usw. was vom mainstream interessanter Weise nicht quittiert wird.
    Sind Ballerspiele und Fernsehsex, -mobbing und -gewalt für die alltägliche Gewalt auf unseren Straßen verantwortlich? Da lässt man dann einfach die Spieler im Netz darüber abstimmen und die klicken auf "selbstverständlich nicht".
    Nee, bestimmt dient die mediale Gewaltorgie gar keinem Zweck und macht uns friedlich, nur bemerken tun wir es nicht.

    Die Gewöhnung an die Gewalt setzt die Hemmschwellen herunter und führt zu immer mehr Gewalt. Und die Sprache der Gewalt, Kriegsrhetorik, wir finden sie in vielen Politikersprüchen "Kavallerie gegen die Schweiz ausrücken lassen", fast allen Sendungen, Meldungen und Artikeln. Sonst dringt man nämlich nicht mehr durch.



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    Kommentar:
    Zombies, Horror- und Killerspiele, Krieg, Unsicherheit, Angst und Ballerei.

    Die reale Welt reicht wohl nicht.


    Bezeichnend auch, dass die heutige Jugend als Traumjob 'Zuhälter', 'Dealer' oder 'Waffenhändler' angibt.

    Vorwiegend genannt von minderjährigen Kulturbereicheren.

    Na - dann zukünftig gute Unterhaltung; sowohl in der virtuellen, als auch realen Welt.

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