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Zombies als Kassenschlager: Ein (un)todsicheres Geschäft

Brad-Pitt-Fans fiebern dem Kinostart von „World War Z“ und einer Menge Untoter entgegen, ein junger Japaner wird mit einem Zombie-Spiel zum Milliardär . Über die Faszination des Horrors – und das Geschäft damit.

DüsseldorfDie Weltöffentlichkeit hatte am Wochenende vor allem Augen für Angelina Jolie, die ihren Lebenspartner Brad Pitt zu Londoner Premiere des Streifens „World War Z“ begleitete – ihr erster öffentlicher Auftritt seit der Mitteilung über ihre Brustamputation. Der neue Streifen mit Pitt in der Hauptrolle geriet darüber fast ins Hintertreffen. Ein Kassenschlager dürfte der Film aber dennoch werden, denn er erhält einen Erfolgsgarant: Zombies, viele Zombies.

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Die Untoten machen nicht nur Hollywood die Kassen voll. So verdankt Naruatsu Baba seinen Aufstieg in die Liste der Milliardäre der Welt vor allem Horden von Untoten. Zombies haben den 35-jährigen Computerspieleentwickler reich gemacht. Der Aktienkurs seines Unternehmens Colopl, das Handy-Spiele wie „Catastrophic Zombies" entwickelt, hat sich seit dem Börsengang im Dezember versechsfacht. Mit mehr als 1,4 Milliarden Dollar wird Babas Firma aktuell bewertet. Der junge Japaner hält an Colopl noch 69 Prozent. Damit schaffte er es jüngst in den Vermögensindex der Nachrichtenagentur Bloomberg, der regelmäßig aktualisiert wird.

Die 15 erfolgreichsten Filme

  • Platz 15

    „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (2001)

    Brutto-Einnahmen: 974,8 Millionen Dollar

  • Platz 14

    „The Dark Knight“ (2008)

    Brutto-Einnahmen: 1,005 Milliarden Dollar

  • Platz 13

    „Alice im Wunderland“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,024 Milliarden Dollar

  • Platz 12

    „Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung“ (1999)

    Brutto-Einnahmen: 1,027 Milliarden Dollar

  • Platz 11

    „Fluch der Karibik 4 – Fremde Gezeiten“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,044 Milliarden Dollar

  • Platz 10

    „Toy Story 3“ (2010)

    Brutto-Einnahmen: 1,063 Milliarden Dollar

  • Platz 9

    „Fluch der Karibik 2 – Dead Man's Chest“ (2006)

    Brutto-Einnahmen: 1,066 Milliarden Dollar

  • Platz 8

    „James Bond – Skyfall“* (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,079 Milliarden Dollar

    *vorläufige Zahlen, läuft noch im Kino

  • Platz 7

    „The Dark Knight Rises“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,081 Milliarden Dollar

  • Platz 6

    „Herr der Ringe 3 – Die Rückkehr des Königs“ (2003)

    Brutto-Einnahmen: 1,120 Milliarden Dollar

  • Platz 5

    „Transformers 3 – Dark of the Moon“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,124 Milliarden Dollar

  • Platz 4

    „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ (2011)

    Brutto-Einnahmen: 1,328 Milliarden Dollar

  • Platz 3

    „Marvel's The Avengers“ (2012)

    Brutto-Einnahmen: 1,512 Milliarden Dollar

  • Platz 2

    „Titanic“ (1997)

    Brutto-Einnahmen: 2,185 Milliarden Dollar

  • Platz 1

    „Avatar“ (2009)

    Brutto-Einnahmen: 2,782 Milliarden Dollar

Doch der smarte Unternehmensgründer will mehr. China, Südkorea, Amerika: Baba setzt auf Expansion. „Wir werden Spiele machen für Japan und für die Welt“, kündigte der App-Produzent kürzlich in einem Interview an. Analysten wie Takashi Oka von TIW Inc. in Tokio haben keinen Zweifel daran, dass „die Firma exponentiell wächst“.

Schon jetzt ist das 2008 gegründete Unternehmen mit fünf Titeln in den weltweit 32 erfolgreichsten Spiele-Apps für Android-Smartphones vertreten. In weniger als einem Jahr, so heißt es auf der Homepage von Colopl, wurden Babas Zombie- und Horrorspiele rund zehn Millionen Mal heruntergeladen. Das entspricht gut acht Prozent der japanischen Bevölkerung.

Horror-Schocker „Zombi U“ „Wie lange wirst Du überleben?“

  • Horror-Schocker „Zombi U“: „Wie lange wirst Du überleben?“
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Doch was ist wohl so faszinierend an der ganzen Zombie-Thematik? Und warum schauen sich Menschen Filme an, in denen blasse und blutverschmierte Untote mit schlurfendem Gang umherirren und Gehirne fressen? Warum geben sie ihr Geld für Comics aus, die nicht selten so übertrieben und pubertär sind, dass man sich dabei weder gruselt noch ekelt? Ein Genre, das nicht totzukriegen ist - und Fragen aufwirft.

„Mir geht es dabei gar nicht so sehr darum, die Knochen knacken zu hören und zu sehen, wie Eingeweide rausgerissen werden, wenn Zombies Menschen lebendig auffressen“, erzählt Moritz Limanski aus Köln. „Es ist mehr die Metapher der gesellschaftlichen Apokalypse, die mich daran fasziniert.“ Der junge Webdesigner spricht wohl für viele Zombie-Fans auf dieser Welt. „Wir leben in einer Zeit, die diese apokalyptischen Strömungen sehr stark popularisiert hat und dadurch die Zombiemetapher zu einem ihrer Ausdrucksbilder, zu einem ihrer Ikonen erklärt hat“, weiß der Siegener Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. „Und deswegen funktioniert das momentan sehr gut.“

  • 04.06.2013, 19:56 Uhrsutela

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    Kommentar:
    Zombies, Horror- und Killerspiele, Krieg, Unsicherheit, Angst und Ballerei.

    Die reale Welt reicht wohl nicht.


    Bezeichnend auch, dass die heutige Jugend als Traumjob 'Zuhälter', 'Dealer' oder 'Waffenhändler' angibt.

    Vorwiegend genannt von minderjährigen Kulturbereicheren.

    Na - dann zukünftig gute Unterhaltung; sowohl in der virtuellen, als auch realen Welt.

  • 04.06.2013, 20:54 Uhrpool

    Mir ist mal wieder völlig unklar, warum diese Zombie-, Teminator-, Kriegsfilmballerei aus Hollywood nicht unter Propaganda subsumiert wird? Es toben ja auch immer mehr soziale Unruhen, soziale Übergriffe, Morde via Drohnen, Kriege usw. was vom mainstream interessanter Weise nicht quittiert wird.
    Sind Ballerspiele und Fernsehsex, -mobbing und -gewalt für die alltägliche Gewalt auf unseren Straßen verantwortlich? Da lässt man dann einfach die Spieler im Netz darüber abstimmen und die klicken auf "selbstverständlich nicht".
    Nee, bestimmt dient die mediale Gewaltorgie gar keinem Zweck und macht uns friedlich, nur bemerken tun wir es nicht.

    Die Gewöhnung an die Gewalt setzt die Hemmschwellen herunter und führt zu immer mehr Gewalt. Und die Sprache der Gewalt, Kriegsrhetorik, wir finden sie in vielen Politikersprüchen "Kavallerie gegen die Schweiz ausrücken lassen", fast allen Sendungen, Meldungen und Artikeln. Sonst dringt man nämlich nicht mehr durch.



  • 04.06.2013, 21:18 Uhrpool

    Wie lächerlich waren da die Kriegsbrettspieler im 3. Reich. Trotzdem heuchelt der mainstream das unglaublich geschärfte Bewusstein und wird nicht müde, diese Lächerlichkeit im Verhältnis zu verurteilen.

    Im Römischen Reich betäubte die Senatorenelite die Masse mit blutigen Gewaltxezessen im cirsus maximus - Daumen runter! Töte ihn! Da fielen die Kriege der Römer gar nichts in Gewicht. In den Mietshäusern beurteilte man sie wie sportliche Wettkämpfe.

    Wer die Umkehrung aller Werte veranlasst hat, ich sag's lieber nicht. Denn was damit bezweckt werden soll, ist ganz offensichtlich.

    Man, man, man, diese Menschheit ist vielleicht auf dem Holzweg. Das wird ein böses Erwachen geben. Und kein Korrektiv in Sicht.





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