New YorkEs scheint ein Versehen zu sein: Der Internetkonzern Google hat am Donnerstag vollkommen überraschend während des laufenden Börsenhandels in New York seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt. In den ersten Minuten nach der verfrühten Bekanntgabe rauschte die Google-Aktie im Nachmittagshandel in New York um bis zu 11 Prozent auf 676 Dollar je Anteilsschein in den Keller. Die Papiere wurden dann zunächst vom Handel ausgesetzt. Um 21.20 Uhr wurde der Handel schließlich wieder aufgenommen und der Kurs pendelte sich bei 694 Dollar ein (minus 8 Prozent).
Einige Daten gefielen den Anlegern gar nicht: Zwar stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Doch Google bekommt jetzt weniger pro Klick von seinen Werbekunden heraus. Zudem nagen gestiegene Kosten am Gewinn. „Das Kerngeschäft hat sich deutlich verlangsamt, das ist schockierend“, sagte Analyst Sameet Sinha von B. Riley. Offenbar würden die Nutzer mehr und mehr ohne Google suchen – etwa mit Apps auf Smartphones. Nach Einschätzung von Branchenkennern hat Google wie viele andere Internetunternehmen Probleme, den raschen Nutzerumschwung weg von festen Geräten hin zu Smartphones und Tablet-Computern aufzufangen.
Der Gesamtumsatz stieg dennoch um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 14,1 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro). 2,6 Milliarden Dollar rührten dabei allerdings alleine von der Einbeziehung des jüngst übernommenen Handyherstellers Motorola her. Der Gewinn büßte dagegen um 20 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar ein. Auch hier wirkte sich Motorola aus, vor allem durch hohe Entwicklungskosten für neue Smartphones mit Googles Betriebssystem Android.
Die Suchmaschine ist Googles Herz. Gut 90 Prozent von Umsatz und Gewinn werden hier generiert. Zusammen mit Google Maps besteht ein fast uneinholbarer Vorsprung zu den Wettbewerbern. Die Masse der Forschung wird auf die Suche konzentriert.
Googles Betriebssystem Android hat sich auf dem Mobilfunkmarkt durchgesetzt. Es ist die Eintrittskarte in den mobilen Internetmarkt, die lokale Suche und das Geschäft mit Software, Apps und Medien. Damit ist Android die Versicherung für die Zukunft. Problem: Massiver Beschuss durch Patentklagen. Hier droht eine echte Gefahr.
Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandsteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.
Zum Leben verdammt: Der Spätstarter im Social-Networking-Bereich ist die letzte Chance, dem Giganten Facebook Paroli zu bieten.
Rechen- und Speicherleistung im Internet ist das Herzstück vieler Google-Dienste und eine vielversprechende Erweiterung in den Geschäftskundenbereich. Google kann dort seine Stärken ausspielen.
Mit der Übernahme von Motorola ist Google 2012 ist die Hardware-Produktion eingestiegen. Bislang belastet die Sparte allerdings die Bilanz mit Verlusten.
Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.
Google-Chef Larry Page hat sich für die Panne mit der vorzeitigen Veröffentlichung des aktuellen Quartalsberichts entschuldigt. Er bedauere das Durcheinander, sagte Page in einer Telefonkonferenz. Es war sein zweiter Auftritt nach mehrmonatiger Abwesenheit, weil er seine Stimme verloren habe. Page sprach noch leise, langsam und mit einiger Mühe.
Offensichtlich hatte der Dienstleister R.R. Donnelley die Quartalszahlen mehrere Stunden zu früh noch während des Börsenhandels öffentlich gemacht. Ursache sei vermutlich menschliches Versagen gewesen, sagte der Chef der Firma, Tom Quinlan, dem „Wall Street Journal“. Es werde noch untersucht, was genau passiert sei.

Für Google erwies sich Motorola einmal mehr als Verlustbringer. Die Tochter verlor operativ 527 Millionen Dollar. Bereits als eigenständiges Unternehmen hatte der Handy-Hersteller zuletzt fast durchgängig rote Zahlen geschrieben angesichts der starken Konkurrenz durch Apples iPhone und die Android-Handys von Samsung. Für Google war Motorola aber wegen der zahlreichen Patente des Branchenurgesteins wertvoll. Apple hatte einen regelrechten Patentkrieg vom Zaun gebrochen und wirft zahlreichen Smartphone-Herstellern vor, Ideen abgekupfert zu haben.

>"Ansonsten ist der Rest der Kommentare klingt mehr
>als verwirrend."

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Nien, Interetunternehmen stehen in keinem Wettbewerb mit beispielsweise den Indern. Das ist ein protektonierter markt weil man im Internet die überwudneen Entfernung nach kilometern udn Datenmenge bezahlt - das ist ja das neue daran - deshalb funktioniert das ja alles so gut seit die Telekomiker "Flatrates" eingeführt ahben.
Ist wie mit Autos - da zahlt man auch kein Benzin wenn man die nutzen will. Und meinen Briefkasten muß ich auch nicht mit dem Haus kaufen oder mit der Wohnung mieten um postalisch erreichbar zu sein, oder etwa doch?
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