Zu viel Geld
Google will kein Investmentfonds sein

Seine hohen Bestände an Barmitteln und Wertpapieren werden für Google zum Problem. Denn der Suchmaschinenbetreiber gerät in Gefahr, von den US-Aufsichtsbehörden als Investmentfonds eingestuft zu werden. Und damit drohen ihm verschärfte Vorschriften.

HB WASHINGTON. Google hat bei der Börsenaufsicht SEC den Antrag gestellt, nicht als Investmentfonds eingestuft zu werden. Was zunächst absurd klingt, hat einen ganz handfesten Hintergrund. Denn sobald bei einem US-Unternehmen die Wertpapierbestände mehr als 40 Prozent der Aktiva ausmachen, kann es nach dem Investment Company Act von 1940 als Investmentfondsgesellschaft eingestuft werden – mit allen rechlichen Folgen.

Die Gefahr für Google ist ganz real. Gemäß der jüngsten Quartalsbilanz verfügt der Suchmaschinenbetreiber über Barmittel in Höhe von 4 Mrd. Dollar und marktfähige Wertpapiere in Höhe 5,8 Mrd. Dollar – bei Aktiva von insgesamt 14,4 Mrd. Dollar. Google hat der Behörde mitgeteilt, dass es sich nicht auf Investments, sondern auf Aktivitäten im Internet- und Neue-Medien-Geschäft konzentriere. Außerdem investiere es nicht zu kurzfristigen spekulativen Zwecken.

Ein Sprecher der SEC wollte zur möglichen Entscheidung der Behörde nicht Stellung nehmen. Von Google war zunächst keine weitergehende Stellungnahme erhältlich.

Google will risikoreicher investieren

Wird der Antrag genehmigt, wäre es Google möglich, nicht nur in renditeschwache US-Staatsanleihen zu investieren, die aus der 40-Prozent-Grenze herausfallen. Das Unternehmen könnte dann auch Kommunal- und Unternehmensanleihen der Ratingstufe "Investmentgrade" ins Portefeuille nehmen, um den Ertrag zu steigern.

"Das ist schon ein Problem. Sie haben eine Menge Geld und die Verzinsung des Kapitals dürfte sinken", sagt James Corcoran, geschäftsführender Direktor bei Treasury International LLC in Timonium, Maryland. Das Unternehmen hat mit seinen Kapitalanlagen, einschließlich eines einmaligen Gewinns in diesem Jahr, bisher einen Jahresertrag von etwa 4 Prozent vor Steuern erzielt, geht aus einer Meldung vom 9. August an die SEC hervor. Wenn Google diesen Wert um 1 Prozentpunkt auf 5 Prozent steigern könnte, hätte das Unternehmen zusätzliche 100 Mill. Dollar zur Verfügung.

Vorbild für Google ist Microsoft: Der Software-Konzern hatte 1988 eine ähnliche Befreiung beantragt und auch erhalten. In der Folge war Microsoft sehr viel freier bei der Auswahl seiner Anlagen und erzielte damit einen deutlich höheren Ertrag.

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