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28.01.2008 
Chef des Speicherchipherstellers im Gespräch

„Zukäufe sind eine Option“ für Qimonda

von Joachim Hofer

Der Münchener Speicherchiphersteller Qimonda will die Krise in seiner Branche nutzen, um andere Unternehmen zu kaufen. „Wir schauen uns um und halten uns alle Optionen offen“, sagt Unternehmenschef Kin Wah Loh im Gespräch mit dem Handelsblatt – nachdem Qimonda vergangene Woche einen Verlust für das abgelaufene Quartal von 598 Millionen Euro berichtet hatte.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh. Foto: dpaLupe

Qimonda-Chef Kin Wah Loh. Foto: dpa

Handelsblatt: Herr Loh, im abgelaufenen Quartal hat Qimonda für jeden Euro Umsatz mehr als einen Euro Verlust eingefahren. Wie konnte es so weit kommen?

Kin Wah Loh: Sie müssen sich nur den Preisverfall anschauen: Am 1. Oktober vergangenen Jahres wurde für einen Standardchip am Markt durchschnittlich 1,50 Dollar bezahlt. Am 31. Dezember war es nicht einmal mehr ein Dollar. So schnell konnten wir unsere Kosten nicht senken.

Im letzten Quartal sind Ihre Barmittel um mehr als die Hälfte auf 374 Mill. Euro geschrumpft. Noch so ein Quartal, und Ihnen geht das Geld aus.

Wir glauben nicht, dass es so weit kommen wird. Erstens, weil wir davon ausgehen, dass wir im laufenden Quartal die Ausgaben senken können. Zweitens, weil wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten geringe Schulden haben. Das heißt, dass wir noch erheblichen Finanzierungsspielraum haben.

Abgesehen von Marktführer Samsung schreiben alle Wettbewerber rote Zahlen. Müsste das nicht zu einer Konsolidierung führen?

Schon in den vergangenen Jahren sind viele Anbieter ausgestiegen, indem sie ihr Dram-Geschäft verkauft oder mit Konkurrenten zusammengelegt haben. Wir haben zum Beispiel von Motorola ein Werk in Amerika übernommen. Ich bin sicher, dass die Konzentration weiter geht. Denn momentan können sich einige Wettbewerber nicht mehr so leicht frisches Geld verschaffen wie in der letzten Krise.

Was heißt das für Qimonda? Wollen Sie Konkurrenten übernehmen?

Wir schauen uns um und halten uns alle Optionen offen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Ließe sich eine Übernahme finanzieren?

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