Könnten Sie eine Übernahme überhaupt finanzieren?
Wenn wir ein schlüssiges, im Interesse des Unternehmens liegendes Konzept vorlegen, bin ich zuversichtlich, dass die Banken uns unterstützen.
Wegen der Immobilienkrise in Amerika sind die Banken jetzt sehr zurückhaltend. Glauben Sie, ein Unternehmen wie Qimonda könnte sie überzeugen?
Es stimmt, die Situation ist nicht erfreulich. Wir haben bereits im letzten Quartal gemerkt, dass die Diskussionen mit den Bankern länger und intensiver als zuvor waren. Aber als wir unsere Maschinen im Werk in Richmond erst verkauft und anschließend wieder gemietet haben, eine so genannte Sale-and-lease-back-Transaktion, ging dies relativ problemlos vonstatten. Angesichts unserer geringen Verschuldung bin ich überzeugt, dass wir mit den Banken weiterhin ins Geschäft kommen können.
Qimonda ist abhängig von den so genannten Dram-Chips. Aus dem Geschäft mit Flash-Chips, wie sie etwa in MP3-Playern und Handys eingesetzt werden, sind Sie vor Jahren ausgestiegen. War das ein Fehler?
So überraschend sich das angesichts unserer Verluste anhören mag: Nein, war es nicht. Wir hatten damals, als wir noch Teil von Infineon waren, auf eine bestimmte Technologie im Bereich des so genannten Nand-Flash gesetzt. Damit waren wir nicht konkurrenzfähig und wären es auch heute nicht. Deshalb war es richtig, das aufzugeben.
Jüngst haben Sie mitgeteilt, über eine Kooperation wieder in das Flash-Geschäft einzusteigen und neue Produkte zu entwickeln. Kommt Qimonda da nicht viel zu spät?
Natürlich wäre es schön, wenn wir heute die richtige Flash-Technologie hätten und damit Umsatz machen könnten. Aber das ist nicht der Fall. Deshalb müssen wir jetzt so schnell wie möglich technologisch an die Spitze, um ein zweites Standbein aufzubauen.
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