Zukäufe unter anderem in Osteuropa
Vodafone steigt wieder in den Mobilfunkmarkt in Indien ein

Der Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone will nach der Rückkehr auf den indischen Markt seine internationale Expansion fortsetzen.

dih LONDON. Konzernchef Arun Sarin kündigte Zukäufe in Osteuropa und in anderen Regionen an. Am Freitag gab Vodafone den Kauf eines zehnprozentigen Anteils am indischen Marktführer Bharti Tele-Ventures Limited (BTVL) bekannt. Analysten begrüßten die Investition wegen der starken Wachstumsraten. Unklar blieb jedoch, ob Vodafone Aussichten hat, über einen Anteil von zehn Prozent hinauszukommen.

Die indische Regierung hatte vor kurzem die Regeln für ausländische Beteiligungen an Mobilfunkanbietern gelockert. Internationale Investoren dürfen statt bisher 49 Prozent jetzt bis zu 74 Prozent eines indischen Mobilfunkers besitzen. „Die Änderung der Regeln hat uns zusammengebracht“, sagte Sarin auf einer Telefonkonferenz. „Mit der Zeit“ wolle er die Beteiligung ausbauen.

Der in Indien geborene Vodafone-Chef ließ jedoch offen, wie er zu einem höheren Anteil kommen will. Firmengründer Sunil Bharti Mittal sagte, er habe nicht vor, seinen Anteil unter die derzeitigen 45,9 Prozent sinken zu lassen. Auch der zweite Großaktionär, Singapore Telecommunications (Singtel), will seinen 31-prozentigen Anteil nicht verringern. Im Gegenteil: „Wir sind interessiert, unsere Beteiligung aufzustocken, wenn der Preis und die Konditionen stimmen“, sagte Singtel-Chef Lee Hsien Yang.

Vodafone kaufte 4,4 Prozent an BTVL über die Holding Bharti Enterprises und 5,6 Prozent von dem US-Finanzinvestor Warburg Pincus. Der Kaufpreis betrug zusammen 820 Mill. Pfund (rund 1,2 Mrd. Euro). Warburg Pincus hat sich damit jetzt vollständig aus BTVL zurückgezogen – mit angeblich 1,6 Mrd. Dollar Gewinn auf einen Einsatz von 300 Mill. Dollar im Jahr 1999.

BTVL ist der größte und am schnellsten wachsende unter den drei Mobilfunknetzbetreibern mit nationalem Netz in Indien. Das Unternehmen, das wie Vodafone den europäischen Standard GSM nutzt, hatte Ende September 14,1 Millionen Handy-Kunden. Der Markt wächst rasant: In den Monaten April bis September steigerte BTVL die Kundenzahl um 62 Prozent. Der Marktanteil beträgt 22 Prozent. Neben den Handy-Kunden hat BTVL auch gut eine Million Festnetz-Kunden. Erst sechs Prozent der 1,1 Milliarden Inder haben ein Handy und gar nur 4,4 Prozent einen Festnetz-Anschluss.

Dieses Wachstumspotenzial mache Indien zu einem offensichtlichen Investitionsziel, kommentiert Robin Hearn von der Telekom-Beratungsfirma Ovum. Innerhalb der nächsten fünf Jahre dürften weitere 140 Millionen Inder einen Handy-Vertrag abschließen. BTVL sei mit einer Gewinnmarge von 37 Prozent der richtige Partner. Andere Analysten bemängelten jedoch, es sei ihnen nicht klar geworden, wie Vodafone künftig Cash aus dem Anteil ziehen wolle. Sarin sagte jedenfalls, er erwarte Dividenden, und die Beteiligung werde anteilig konsolidiert. Vodafone hatte 2003 einen 21-prozentigen Anteil an dem regionalen indischen Mobilfunker RPG Cellular Services abgestoßen.

Vodafone hat im laufenden Jahr bereits in Rumänien und Tschechien Mobilfunkfirmen gekauft und erwägt einen Einstieg in der Türkei. Nachgesagt wird Vodafone auch starkes Interesse, seine Minderheitsbeteiligungen in USA, Frankreich und Polen zu Mehrheiten auszubauen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%