Zukäufe von Zeitschriften möglich
Burda-Konzern baut Geschäft in Osteuropa aus

Das Münchener Verlagshaus Hubert Burda Media will künftig angesichts der Stagnation im Inland verstärkt das Geschäft im Ausland ausbauen. "Das internationale Zeitschriftengeschäft ist von entscheidender Bedeutung", sagte Jürgen Todenhöfer, Vizechef des Konzerns, in Offenburg. Dabei hat der Verlag insbesondere den Raum Mittel- und Osteuropa bis hin zur Türkei im Visier. Dort würden sich gute Wachstumschancen ergeben, sagte Verleger Hubert Burda.

OFFENBURG. Derzeit bringt der Burda-Konzern in osteuropäischen Ländern bereits rund 100 Zeitschriften heraus. Etwa ein Viertel des Zeitschriftenumsatzes macht Burda bereits im Ausland, der Anteil soll weiter steigen. Die Aktivitäten seien zudem profitabel, fügte Burda-Geschäftsführer Paul-Bernhard Kallen an. Das Geschäft wurde jetzt in einer eigenen Einheit mit dem Namen Hubert Burda International gebündelt.

Bei der geplanten Expansion will der Konzern vor allem aus eigener Kraft wachsen. "Wir sollten möglichst viel selbst machen", sagte Todenhöfer. Zukäufe seien aber nicht ausgeschlossen. Auch andere deutsche Medienhäuser drängen stark nach Mittel- und Osteuropa. Axel Springer etwa bringt das Boulevard-Blatt "Fakt" in Polen heraus. Auch der Schweizer Ringier-Verlag, die WAZ-Gruppe oder die Passauer Neue Presse sind gut in den Wachstumsmärkten unterwegs.

Burda bezeichnet sich inzwischen nach der Übernahme des Hamburger Verlag Milchstraße Anfang des Jahres als größten deutschen Zeitschriften-Verlag. Die Konkurrenten Gruner + Jahr (Bertelsmann), Heinrich Bauer und Axel Springer seien überrundet worden, teilte Todenhöfer mit. Größe sei zwar kein Wert an sich, bringe aber Vorteile bei der Verhandlungen mit den Media-Agenturen, fügte Kallen an. Burda verlegt in Deutschland insgesamt 76 Titel, darunter "Focus", "Bunte", "Freizeit-Revue", "Playboy" oder "TV-Spielfilm".

Nach der 100-Prozent-Übernahme des Verlag Milchstraße arbeiten die Münchener nun an der Integration der zum Teil defizitären Titel. In Hamburg wurden bereits 150 Stellen gestrichen. "Wir hoffen, dass alle Objekte durchkommen", sagte Todenhöfer. Die Frauenzeitschrift "Amica" wurde in die Untergesellschaft Burda People Group integriert. Hier erscheinen bereits "Bunte" und "Instyle". Sollte bis zum kommenden Jahr keine Wende geschafft sein, würde der Verlag den Titel wohl einstellen, verlautete aus dem Konzern. Auch an einem neuen Konzept für die Illustrierte "Max" arbeitet der Verlag.

2004 war nach Angaben Todenhöfers trotz der Probleme in der Medienbranche "ein starkes Jahr" für Burda. Der Konzernumsatz sank zwar um 3,2 Prozent auf knapp 1,5 Mrd. Euro. Dies sei jedoch in erster Linie auf die Beendigung der Kooperation mit der italienischen Rizzoli-Gruppe zurück zu führen. Bereinigt sei der Konzernumsatz um 6,8 Prozent gewachsen. Burda beschäftigt 7 500 Mitarbeiter. Gut liefen vor allem der Direktvermarkter Burda Direct und Burda Digital. Die Sparte mit Beteiligungen an 15 Hightech-Unternehmen aus der Internetbranche soll weiter wachsen.

Auch mit der Gewinnentwicklung zeigte sich Todenhöfer zufrieden. Zahlen veröffentlicht das Familienunternehmen, das zu 100 Prozent der Familie Burda gehört, traditionell nicht. Das Eigenkapitalquote sei zuletzt auf knapp 25 Prozent gesteigert worden, hieß es.

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