Zukauf in der Schweiz erwägt
KPN schielt nach Sunrise

Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN sieht sich nicht als Übernahmekandidat und will selbst Unternehmen zukaufen. Im Visier hat KPN-Chef Ad Scheepbouwer unter anderem den zweitgrößten Schweizer Telekommunikationsanbieter Sunrise. „Das Unternehmen würde unser deutschsprachiges Portfolio gut ergänzen“, sagte Scheepbouwer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Sunrise gehört zum dänischen Telekomkonzern TDC, der an Finanzinvestoren verkauft werden soll. „Falls TDC aufgespalten wird und man uns Sunrise anbietet, werden wir uns das genau anschauen“, kündigte Scheepbouwer an. Credit Suisse First Boston schätzt den Kaufpreis des Schweizer Anbieters von Mobilfunk, Festnetz- und Internetdiensten auf 2,5 Mrd. Euro.

Die Niederländer gelten selbst seit Monaten als Übernahmekandidat. „Als mittelgroßer Player gehören sie zu den wenigen attraktiven Zielen, die in der europäischen Telekombranche noch zu haben sind“, erläutert Jos Versteeg vom holländischen Analysehaus Iris Research. Kaufgerüchte haben den KPN-Kurs seit dem Frühjahr um ein Drittel nach oben getrieben.

Analysten schätzen, dass Interessenten etwa 20 Mrd. Euro für KPN zahlen müssten. Mitte Dezember hat der niederländische Staat seine goldene Aktie verkauft und damit sein Vetorecht verwirkt. „Eine Übernahme ist dadurch noch leichter geworden“, glaubt Versteeg.

Dennoch weist der KPN-Chef Gerüchte über eine mögliche Übernahme weit von sich. „Ich fühle mich nicht unter Druck gesetzt“, beteuert der 61-Jährige. „Wir kaufen auch nicht alles, nur um zu wachsen und uns gegen eine Übernahme zu wappnen.“ Er plane nur Zukäufe, die den Wert seiner Unternehmensteile in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland steigerten oder sich wie Sunrise in der Schweiz im deutschsprachigen Ausland befänden.

Die viel zitierte Konsolidierung der Telekombranche hält Scheepbouwer ohnehin noch nicht für gekommen. „Den Aktionären sitzt noch der Kaufrausch aus dem Jahr 2000 in den Knochen – sie wollen lieber hohe Dividenden als Fusionen“, sagt er. Eine echte Konsolidierung finde erst statt, wenn Übernahmen unverzichtbar seien. Diesen Punkt habe die Telekombranche aber noch nicht erreicht. „Wir machen immer noch satte Gewinne“, sagt der KPN-Chef.

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