Zukauf in Ukraine wird geprüft
Arvato baut Druckbereich aus

Die Bertelsmann-Dienstleistungstochter Arvato baut den Druckbereich weiter aus. Derzeit erwägt der europäische Marktführer den Zukauf einer Offset-Druckerei in der Ukraine.

DÜSSELDORF. "Wir prüfen, uns an einem Unternehmen in der Ukraine zu beteiligen", sagte Arvato-Chef Hartmut Ostrowski gestern. Der gebürtige Bielefelder übernimmt Ende des Jahres den Chefsessel von Bertelsmann. Der Zukauf soll nach Unternehmensangaben bis zu 40 Mill. Euro kosten.

Der Markt für Offset ist weitgehend zersplittert. Arvato ist mit einem Marktanteil von vier Prozent der europäische Marktführer vor den Wettbewerber Polestar und Quebecor. "Wir wollen von der Konsolidierung profitieren", kündigte Ostrowski gestern an. Der Einstieg in die Ukraine gilt als Initialzündung.

Hingegen steht der Tiefdruckbereich unter Druck. In den vergangenen Jahren litten die Katalog- und Zeitschriftendrucker unter einem Verfall der Preis. Dieser Prozess soll jetzt zum Stillstand kommen. "Ich sehe ein Ende der Preisspirale. Die Preise sind stabil, vielleicht steigen sie sogar ein wenig", sagte der scheidende Arvato-Chef. Arvato hatte zusammen mit dem Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr (Stern, Geo) und dem Printkonzern Axel Springer (Bild, Welt) den Tiefdruckkonzern Prinovis gegründet, der im vergangenen Jahr mit der Gründung einer Druckerei in Liverpool den britischen Markt angriff.

Arvato hofft von der sich erholenden Konjunktur in Deutschland profitieren zu können. "Arvato wird ein nachhaltiges Wachstum auch in diesem Jahr erzielen. Es sind einige interessante Projekte in der Pipeline", sagt der Arvato-Chef. Ostrowski vermied es aber Details zu nennen.

Die Druck- und Mediendienstleistungssparte Arvato ist die zweitgrösste Konzerntochter im Medienimperium von Bertelsmann. Im vergangenen Jahr setzte Arvato mit mehr als 46000 Mitarbeitern rund 4,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,4 Mrd. Euro) um. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg im abgelaufenen Jahr auf 367 Mill. Euro (Vorjahr: 341 Mill. Euro).

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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