Zukauf OTE-Anteile Athen drängt Telekom ein Sorgenkind auf

Noch vor wenigen Wochen wollte die Telekom ihre griechische Tochter OTE am liebsten loswerden. Nun kauft sie weitere Anteile hinzu - und steht nach dem Rückzug des griechischen Staates voll in der Verantwortung.
Update: 06.06.2011 - 14:24 Uhr 13 Kommentare
OTE-Mitarbeitern protestieren gegen die Telekom. Quelle: dapd

OTE-Mitarbeitern protestieren gegen die Telekom.

(Foto: dapd)

Düsseldorf/Bonn/AthenDie griechische Regierung macht überraschend schnell ernst mit der Privatisierung von Staatsbesitz und verkauft der Deutschen Telekom zehn Prozent ihrer Aktien an OTE. Für das Aktienpaket an der griechischen Telefongesellschaft zahle die Telekom rund 400 Millionen Euro, teilte der Bonner Konzern am Montag. Athen besaß eine sogenannte Put-Option und konnte der Telekom den Anteil jederzeit verkaufen. Damit hält die Telekom 40 Prozent an OTE.

Bereits am Donnerstag hatten griechische Zeitungen über den Deal berichtet, nannten damals allerdings einen Kaufpreis von 411 Millionen Euro.

Die Verhandlungen kommen für die Telekom zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Aufgrund der Wirtschaftkrise kämpft OTE mit Umsatzrückgängen - allein im ersten Quartal sanken die Erlöse um zehn Prozent.

Die Athener Regierung steht unter wachsendem Zeitdruck. Ministerpräsident Papandreou will am 23. Juni nicht mit leeren Händen zum EU-Gipfel fahren, wenn die neuen Griechenland-Hilfen auf der Tagesordnung stehen. Bis dahin muss Papandreou die neuen Sparmaßnahmen und das Privatisierungsprogramm durchs Athener Parlament bringen.

Die Telekom steht vor weitreichenderen Entscheidungen. Denn mit dem Komplettverkauf verliert die griechische Regierung ihr Vetorecht. Und damit ist die Telekom allein für die Zukunft und das Schicksal der griechischen Tochter verantwortlich.

Genau das bereitet den Telekom-Vorständen nun Probleme. Denn einerseits würden sie sich von dem Engagement an der Ägäis lieber heute als morgen trennen. Andererseits ist das aber praktisch unmöglich - denn die OTE ist, wenn überhaupt, nur mit einem Milliardenverlust zu verkaufen. Hinter den Kulissen hat nun ein zähes Ringen darüber begonnen, ob das Management vielleicht doch nicht umhinkommt, das griechische Unternehmen mit harten Eingriffen gründlich zu sanieren, gesundzuschrumpfen - und so die Margen zu erhöhen.

Doch auch das ist schwierig. "Der Vorstand fürchtet sich, weil alle glauben, demnächst greift die Telekom mit drastischen Personalkürzungen richtig durch", sagt ein Telekom-Manager. Dafür aber würden sie in Griechenland heftig kritisiert. Die griechische Regierung, so die Befürchtung, werde sich bei drastischen Sparmaßnahmen sicherlich nicht vornehm zurückhalten - Vetorecht hin oder her. Zumal Einsparungen im Personalbereich ohnehin sehr schwierig sind. Die OTE hat einen hohen Anteil an Beamten - und ist von starken Gewerkschaften beherrscht.

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13 Kommentare zu "Zukauf OTE-Anteile: Athen drängt Telekom ein Sorgenkind auf"

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  • Ich denke Deutsche Firmen mit Hakenkreuzen in direkter Verbindung (Unter dem T-Shirt steht ausserdem "Hi" und dann etwas, was wie Hitler aussieht. Will mich da aber nich versteigen, weil das auch wat komplett anderes sein könnte, auf griechisch, wat ich nich verstehe) und ausserdem die Siegessäule mit Hakenkreuz in der Hand sprechen eine deutliche Sprache.

    In dem Fall ist auch nicht so wichtig, wie genau das gemeint gewesen sein soll, sondern einfach nur, dass es unangebracht ist.

    Klar, der im Focus veröffentlichte Artikel war auch schon unangebracht, aber diese Art "Antwort" sprengt den Rahmen.

    An für sich hab ich nichtmal nen Problem, dass die Griechen sich gegen die Schmuddelpresse hier zur Wehr setzen, schließlich beruht "unser" Reichtum eigentl. großteils auf Ausnahme der anderen EU-Länder.
    Nur so zu antworten, kann einfach nicht angehen.

    Grüße

  • Aus den geschönten Bilanzen der Deutschen Telekom AG habe ich diese Information sicherlich nicht. Wenn die Staatsanwaltschaft genauer hinschauen würde, wäre diese Information auch schon Publik.
    Ich kann Ihnen gerne noch weitere deutsche Unternehmen nennen die diese Tatik verfolgen.

  • Wo haben Sie die Informationen her, dass die Deutsche Telekom AG satte Verluste (Aquise im Jahr 2k8) gefahren hat? Das man in Bonn mit "ordentlich" Wachstum seitens OTE gerechnet hat, ist wohl logisch - oder wie würden Sie M&A- technisch tätig werden?!

  • @Zahlmeister
    Ja, also wenn man ein Währung einführt, die man nicht im geringsten versteht, und nur darauf pocht, dass sie so gut wie die D-Mark wird, aber nicht so schlecht wie die Reichsmark oder die DDR-Mark, dann hat man schlechte Karten. Der Euro trägt einen griechischen Namen, und das hat auch seinen Sinn, wer nicht dabei sein will, kann gern aussteigen. Tschüs.

  • Herr Zahlmeister,

    dass das auf Ihre Kosten ging wusste der kleine Grieche doch nicht, ihm wurde ständig gesagt hier ist Geld, der Nation geht es gut, schaut auf die neuen Strassen, Flughäfen, Tourismus......Was haben Sie erwartet? Gehen Sie doch mal auf die Straße und sagen Sie den Leuten uns geht es gut, hier habt ihr das was ihr wollt. Wir, der Staat, wir sorgen für Euch ! ! ! Welche Antwort würden Sie bekommen? Seien Sie ehrlich. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten wo jeder Rentenansprüche erwarb? Wo Menschen mit 50 in die Berufsunfähigkeit gingen? Oder nach der Wende mit den Rentenansprüchen der Ostdeutschen? Wer hat damals danach gefragt auf wessen Kosten das alles geht? Und solange das Geld fließt, wer wird danach fragen? Was Sie da sagen hat mit Ehre und Stolz nichts zu tun. Im Gegenteil, wir fühlen uns jetzt in unserem Stolz gekränkt und in der Ehre erniedrigt, weil unsere Politiker und Eliten uns zu einem Bettlerstaat gemacht haben und nach aussen so tun, als hätte jeder GR in Sauss und Brauss gelebt. Sie prangern die Nazikeule an, wieso defarmieren Sie dann uns? Waren alle dt. Nazis? wohl kaum, aber nach Ihrer Auffassung muss es wohl so gewesen sein, denn für Sie sind ein großteil der Griechen Korrupt und faul. Ich nehme es Ihnen nicht übel, sie bilden sich nur Ihre Meinung anhand von Fehlinformationen und Momentaufnahmen der Medien aber seien Sie vorsichtig. Morgen ist es ein oder mehrere andere Länder, wie werden Sie dann reagieren?

  • Sollen wir euch auch noch dankbar dafür sein, dass ihr versucht euch selbst zu retten? Wenn wir Griechen so unterlegen sind, warum hat die Deutsche Telekom den OTE zur Tochter gemacht obwohl wir soviele Verluste fahren, wie angeblich im Bericht geschildert?! Das würde ja heissen, dass griechische Geschäftsleute mehr auf den Kasten haben als Deutsche?!

  • Lieber Marten, wieso bezieht ihr die Hakenkreuze auf Euch? Ihr habt keine Copyrights auf dieses Symbol. Wollt Ihr denn eines haben? Das Symbol ist, wie auch ein Vorredner gesagt hat aus dem altgriechischen und auch im Indischen gab es das schon. Der Aufdruck auf T-Shirts und Fahnen soll die EU-Diktatur verurteilen und nicht die Deutschen.

    Ganz ehrlich, wir haben überhaupt kein Problem mit dem dt. Volk, hatten nie eins und lassen uns auch jetzt keines andichten. Das auch Eure Politiker nicht ganz koscher arbeiten, vor allem was die Krise angeht ist doch wohl nicht von der Hand zu weisen oder?

    Ihr fangt einzelne Stimmungen ein und stellt sie repräsentativ für alle dar. Kann das richtig sein?

    Würden wir Euch für Nazis halten würden wir nicht Eure Autos, Eure Waschmaschinen haben wollen sondern nur die wesentlich billigeren französischen und japanischen. Wir würden kaum unseren Kindern Deutschunterricht neben der Schule finanzieren und sie dt. philologie studieren lassen. Wir hätten auch keine dt. Ingenieure und Bauträger nach GR geholt damit sie Tunnel und Flughäfen bauen und das TÜV System für unsere Autos hätten wir auch gleich hier gelassen. Also bitte überdenke deine Aussage nochmals.

  • Die Kraft und Überlegenheit der Griechen kann man derzeit gut am Zustand der Wirtschaft, der Finanzen und des Staatswesens erkennen.
    Mit dem Leben auf unsere Kosten hat die so stolze Nation offenbar keine Probleme. Es ist eine eigenartige Auffassung von Stolz und Überlegenheit, man muss wohl Grieche sein, um dass zu verstehen.
    Wenn die sachlichen Argumente ausgehen, wird gegen uns reflexartig die Nazikeule geschwungen. So verspielt man sich Solidarität und Freundschaft !!

  • @trader81

    Ja, das mit dem Schuldenerlass klingt super! Das Übrige lässt sich auch regeln, gern! Übrigens, das Hakenkreuz ist ein altgriechisches Symbol für Mut, Kraft und Überlegenheit, ihr habt es euch nur kurz ausgeliehen. Also nicht der Rede wert.. ;-)
    Liebe Grüsse aus Athen !

  • Die Telekom versucht im großen Stil steuern zu hinterziehen. "Der Ankauf der OTE hat sich als Fehlkauf entpuppt und weiter unten heisst es, wollte sich vergrößern durch Anteile im Balkan, welche der OTE führt" bevor die Telekom Anteile gekauft hat, hat sie sicherlich das Potential geprüft und nicht blauäugig Anteile gekauft wie man nun versucht darzustellen.

    OTE hat satte Gewinne gefahren, nun werden Abschreibungen auf Lasten des OTE getätigt; zum Zeitpunkt des Ankaufs hat die Deutsche Telekom satte Verluste gefahren.

    Die Taktik der Deutschen Telekom lässt deutsche Hinterwäldler erblinden aber nicht den griechischen Angestellten.

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