Zukunft von Google Glass getrübt
Die große Pleite im Silicon Valley

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Ungelöste technische Probleme, ungelöste soziale Probleme

Ein großes Problem sind die freien Software-Entwickler. Oft sind es kleine Firmen, Start-ups, die sich der Entwicklung der Apps für die Brille verschreiben. Doch auch sie müssen ihren Investoren Rechenschaft ablegen und darlegen, wann sie womit einmal Geld verdienen wollen. Googles Schweigsamkeit zur breiten Markteinführung ist da nicht hilfreich. Reuters befragte 16 Entwickler, neun davon hatten bereits aufgegeben. Unter den bekannteren ist auch der Riese Twitter aus San Francisco.

Andere, wie das Medizin-Start-Up Pristine, setzen auf den professionellen Einsatz in Arztpraxen und Krankenhäusern als neue Zielgruppen. Pristine präsentierte seine Lösung auf der Cloud-Conference von Amazon in Las Vegas vergangene Woche. Aber nur hinter verschlossenen Türen. Las Vegas selbst hat längst den Bannstrahl über Glass verhängt. Die Träger, die mit Hilfe von Apps wie „Winky“ Bilder ihrer Gegenüber unbemerkt mit einem Augenaufschlag aufnehmen können, sind in Shows, Bars und Casinos nicht willkommen. „What happens in Vegas stays in Vegas“, heißt es so schön.

Denn neben den ungelösten technischen Problemen sind es die ungelösten sozialen Probleme, die Fotokamera und Videorekorder in Google Glass mit sich bringen. Legendär sind die Berichte von Übergriffen auf Glass-Träger in Bars in San Francisco und anderen Orten. Wer jemals mit einem Glass-Träger in einem Raum verbracht hat, der weiß, wie schnell Unterhaltungen veröden, wenn er sich zu einer Runde dazugesellt. Egal ob das rote „Record“-Lämpchen leuchtet oder nicht.

Die Ausfälle wurden so häufig und problematisch, dass sich Google genötigt sah einen eigenen Knigge mit Verhaltenshinweisen („Sei kein Glasshole“) für seine „Explorer“ herauszugeben. Sie wurden vom Markenbotschafter zum Problem, wenn sie anfingen, sich ihr „Recht“ auf Google Glass in öffentlichen Räumen und auf Partys zu erstreiten.

Abgesehen von den technischen Problemen gibt es schlicht noch den Kundenwunsch. Hier trumpfen heute die neuen Lieblinge unter den tragbaren Computer-Helferlein auf: die Smartwatches. Es ist niemand anderes als Google, der hier wieder die Federführung mit seinem Betriebssystem Android „Wear“ übernommen hat. Laut Research-Firma Gartner führte die elegante, runde Moto360-Uhr von Ex-Google-Tochter Motorola mit Android Wear als Betriebssystem im dritten Quartal den Markt an. Sie schaffte 15 Prozent der fünf Millionen verkauften „Smart- und Basis-Armbänder“. Heute gehört Motorola zu Lenovo und es scheint wieder bergauf zu gehen. Erfolgreich sind auch Samsung mit mehreren Modellen, teilweise mit eigenem Betriebssystem „Tizen“, und die ebenfalls runde LG G WatchR unter Android.

Kommentare zu " Zukunft von Google Glass getrübt: Die große Pleite im Silicon Valley"

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  • Sehr interessanter Hinweis. Ich frage mich wo ist die Grenze genau. Ich fühle diese Grenze, kann sie aber nur schwer definieren. Ich glaube auch, dass das grösste Problem ist. Dinge die ich, wir nicht benennen können machen uns wütend, weil wir der Sache ohnmächtig gegenüberstehen. Es würde mir und sicherlich auch viele anderen helfen diese fühlbare Grenze genauer zu definieren. Vielleicht können wir diesen Artikel mal zum Anlass nehmen. Danke für Eure Hilfe im vorraus.

    Michael Herzberg

  • Google hat einfach zuviel Geld - noch...
    Ansonsten ist so eine Brille vermutlich schon der feuchte Traum jedes pubertierenden Teenies: die geile Tussie in der Disco gleich mal abscannen... Abgleich mit allen Social-Media-Daten...aha, da haben wir schon ein Porträt samt Freundeskreis...oho, ihre Schwester ist ja die beste Freundin meiner Cousine...so kann man vielleicht am besten an sie rankommen...oh nein, unten im Kleingedruckten steht ja, dass sie momentan nur auf Mädels steht... :(

  • Das Ding braucht kein Mensch. Google Glasses wurde nur von der Journallie gehypt, weil es so schon crazy und Web 2.0 war.

    Über irgendwas muss man ja schreiben...

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