Zukunftsstrategie
Springer setzt auf die digitale Welt

Springer-Chef Mathias Döpfner hat angekündigt, mit Zuwächsen im digitalen Geschäft und im Ausland Erlösrückgänge im inländischen Printmarkt wettmachen zu wollen. Zukünftig soll jeder zweite Euro digital verdient werden.
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BerlinDer Medienkonzern Axel Springer setzt bei seiner Zukunftsstrategie weiter auf das Internet. Springer-Chef Mathias Döpfner kündigte am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Berlin an, mit Zuwächsen im digitalen Geschäft und im Ausland Erlösrückgänge im inländischen Printmarkt mehr als wettmachen zu wollen. „Das Schöne an der Strategie ist, dass sie so unglaublich einfach ist.“ Für das laufende Jahr peilt das Verlagshaus nach Angaben von Finanzchef Lothar Lanz ein Wachstum beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im zweistelligen prozentualen Bereich an. Darin ist auch die 2010 für rund 600 Millionen Euro erworbene französischen Online-Immobilienseite Seloger.com enthalten.  

Mit Hilfe von Seloger und weiterer Zukäufe in mittlerer Größenordnung will Springer in spätestens sieben Jahren jeden zweiten Euro im digitalen Geschäft verdienen. Dabei setzen die Berliner große Hoffnung in die Entwicklung der Online-Angebote in Osteuropa, wo sie seit 2010 zusammen mit dem Schweizer Verlag Ringier präsent sind.Springer habe „keine Angst vor Selbstkannibalisierung“. Solange das Verlagshaus online mehr gewinne, als es im Printbereich verliere, sei alles gut. Größere Akquisitionen sind dabei nicht geplant. „Wir wollen unser Pulver trocken halten“, betonte Döpfner.  

Als große Herausforderung nannte Döpfner die Frage, ob es gelingen werde, die Kunden davon zu überzeugen, dass man „auch in der digitalen Welt für Qualität“ zahlen müsse. Man wolle dazu beitragen, den „Geburtsfehler“ des Internets zu korrigieren, das journalistische Inhalte gratis abgegeben würden, kündigte Springer-Vorstandsmitglied Andreas Wiele an. Bisher habe Springer kleine Millionen-Beträge in die Entwicklung von Angeboten für Smartphones und Tablet-PCs gesteckt.  

An dem Gewinnsprung des vergangenen Jahres auf ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 510 Millionen Euro lässt Springer seine Aktionäre ordentlich teilhaben. Sie erhalten eine Rekorddividende von 4,80 Euro - 40 Cent mehr als für 2009. Das Kapital soll zudem durch einen Aktiensplit neu eingeteilt werden, um die Liquidität der Anteilsscheine zu erhöhen und neue Aktionäre zu gewinnen. Anstelle einer Stückaktie halten die Anteilseigner dann drei Papiere. Springer rechnet damit, dass dieser Aktiensplit noch im laufenden Quartal umgesetzt wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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