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Zukunftsvisionen: Siemens setzt auf intelligente Stromnetze

Netzbetreiber Energie AG und Hersteller Siemens sehen in den sogenannten Smart Grids eine "energietechnische und-politische Revolution". Die intelligenten Stromzähler-Systeme sollen bald sowohl den Kunden als auch den Versorgen Vorteile bringen.

Siemens-Forum in München: Mit den intelligenten Stromzählern ist der Konzern längst dick im Geschäft. Quelle: dpa
Siemens-Forum in München: Mit den intelligenten Stromzählern ist der Konzern längst dick im Geschäft. Quelle: dpa

GMUNDEN. Manchmal hat die Zukunft schon begonnen - und man merkt noch nicht viel davon. In der oberösterreichischen Gemeinde St. Konrad steht Pfarrer Leopold Fürst mit leicht zerzausten Haaren im Flur des schlichten Pfarrhauses und zeigt seinen neuen Stromzähler. Der ist "smart", so drücken es die Experten vom Netzbetreiber Energie AG aus.

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In einem Pilotprojekt hat die Firma 20 000 digitaler Zähler von Siemens installiert, 400 000 sollen es bald sein. 150 Millionen Euro lässt sich die Energie AG das kosten, etwa die Hälfte davon dürfte an Hersteller Siemens gehen. Was sich für den Pfarrer Fürst geändert hat? Der lacht und sagt ironisch in bestem österreichischem Schmäh: "Das Feeling, das Lebensgefühl hat sich geändert."

Das ist ein wenig das Problem von Smart Grid, den intelligenten Stromnetzen: Es gibt Zukunftsvisionen, doch für die Verbraucher ist noch nicht so viel sichtbar. Das soll sich rasch ändern. Die flächendeckende Einführung der intelligenten Stromzähler-Systeme sei "die energietechnische und-politische Revolution seit der Elektrifizierung vor einem Jahrhundert", gibt sich Werner Steinecker, Vorstand der Energie AG, überzeugt.

Schon im Sommer soll es in Oberösterreich spezielle Stromtarife geben, bei denen der Strom je nach Tageszeit günstiger oder teurer ist. Über Lastschaltgeräte können die Versorger bei variablen Tarifen zudem in Spitzenzeiten einzelne Stromverbraucher - wie zum Beispiel Kühlräume - für kurze Zeit abknapsen. Dem Kunden bringt das eine niedrigere Rechnung, den Versorgern Entlastung in Spitzenzeiten.

Der Umbau also läuft, Siemens ist längst weltweit dick im Geschäft. Der Smart-Grid-Umsatz sei im vergangenen Geschäftsjahr um zehn Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen, verkündet Siemens-Manager Richard Hausmann. "Der Markt entwickelt sich sehr dynamisch." Die Münchener sehen sich als Weltmarktführer mit der breitesten Produktpalette in bester Ausgangssituation für das neue Stromzeitalter. Gestern gab es für Siemens einen weiteren Großauftrag für ein Zählerdatenmanagement-System von der Salzburg AG.

Mit Smart Grid sollen vor allem die Netze besser ausgenützt werden, das ist wichtig im Zeitalter der schwankenden regenerativen Energien. Für Privatverbraucher wird die Stromrechnung transparenter, der Verbrauch wird bald zeitnah vom Handy ablesbar sein. Zudem sind maßgeschneiderte Tarife möglich. Doch die Stromrechnung macht für viele Haushalte, verglichen mit den Kosten zum Beispiel für die Gasheizung, nicht den ganz großen Posten aus. "Ich habe nicht so einen ganz hohen Stromverbrauch", sagt Pfarrer Fürst, "ich führe ja einen Singlehaushalt."

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