Zum Sparen verpflichtet
DPA meldet nach Sparkurs schwarze Zahlen

Die deutsche Nachrichtenagentur DPA hat im vergangenen Jahr trotz rückläufiger Umsätze erneut schwarze Zahlen geschrieben. Dies sei aber nur durch einen konsequenten Sparkurs erreicht worden, das Geschäft sei in fast allen Bereichen zurückgegangen, sagte der Vorsitzende der dpa-Geschäftsführung, Walter Richtberg, am Donnerstag in Hamburg.

HB HAMBURG. Das zu Jahresbeginn 2004 eingeführte neue Preismodell mit einer geänderten Rabattstaffel sei von den Kunden gut angenommen worden, sagte Richtberg. Rund 85 Prozent der 132 Zeitungen, die den DPA- Basisdienst beziehen, hätten entweder schon neue Fünf-Jahres-Verträge unterschrieben oder sich entsprechend verbindlich geäußert, zehn Prozent hätten Verträge über drei Jahre abgeschlossen. Der Markt habe sich im ersten Halbjahr etwas beruhigt, bleibe aber unberechenbar, sagte Richtberg. Das 2002 angelaufene Kostensenkungsprogramm werde fortgesetzt. Bis 2006 sollen so insgesamt 10 Mill. Euro eingespart werden. Kostensenkungen stießen allerdings dort an eine Grenze, „wo sie zu Lasten der Qualität gehen“.

Chefredakteur Wilm Herlyn betonte, DPA werde die Präsenz in der Fläche erhalten. Er verwies auch auf die Berichterstattung von Großereignissen wie etwa der Fußball- Europameisterschaft oder den Olympischen Spielen, die Kunden ohne Zusatzkosten erhielten.

Töchter verdienen mehr als die Mutter

2004 werde die Muttergesellschaft mit einem negativen Betriebsergebnis abschließen, bis spätestens 2006 solle die Bilanz wieder ausgeglichen sein, sagte Richtberg. Für die Gruppe rechne er aber auch in diesem Jahr nicht mit einem „finanziellen Substanzverlust“, da sich die Töchter im ersten Halbjahr „ordentlich“ entwickelt hätten. Zusammengenommen verdienten die Töchter 2003 etwas mehr als die Mutter.

Der Umsatz der Deutsche Presse-Agentur GmbH ging 2003 um 3,2 % auf 102,8 Mill. Euro (2002: 106,2 Mill.) zurück. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit schrumpfte von 2,92 Mill. auf 1,84 Mill. Euro. Auf Grund steuerlicher Sondereinflüsse sank der Jahresüberschuss überproportional auf 0,62 (2,2) Mill. Euro. Mit dem Ergebnis seien allerdings schon erhebliche Rückstellungen für Umstrukturierungen verkraftet worden, sagte Richtberg.

Bei den Außenumsätzen verzeichnete die DPA-Gruppe ein Minus von 3,7 % auf 117,9 (122,4) Mill. Euro. Die Zahl der Beschäftigen ging um fast vier Prozent auf 1 137 (1 200) zurück. Bei der Mutter waren es zum Jahresende noch 837 (892) Festangestellte. dpa ist in Deutschland die einzige Agentur mit einem Vollangebot von Basis- und Landesdiensten, Bild, Grafik und Ton. Gesellschafter sind 194 Verleger, Verlags- und Rundfunkgesellschaften.

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