Zum Tod von Steve Jobs
Ein Stratege ohne Studienabschluss

Der am Mittwoch verstorbene Steve Jobs galt als strategischer Kopf. Er machte den Computerkonzern Apple zur revolutionären Zelle seiner Branche. Dabei war er dem Unternehmen nicht durchgängig treu.
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LondonKaum ein zweiter Manager hat die moderne Technikwelt revolutioniert wie Steve Jobs. Unter seiner Führung brachte Apple den Mac-Computer, den iPod, das iPhone und zuletzt den Tablet-PC iPad heraus. Die Produkte gelten als Kultsymbole einer technikvernarrten und vernetzten Generation. Für viele Apple-Jünger, aber auch Investoren gilt der charismatische Mann mit dem schwarzen Rollkragenpullover als unersetzbar. Nach Jobs Tod wird der 1976 von Jobs mitgegründete Konzern beweisen müssen, dass er auch ohne ihn visionäre Produkte auf den Markt bringen kann.

2009 musste sich Jobs einer Lebertransplantation unterziehen, fünf Jahre zuvor wurde er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert. Ganz von der Bildfläche verschwand er nie. Die Vorstellung neuer Produkte ließ sich der Amerikaner, der gerne im Rampenlicht stand, meist nicht nehmen.

Zu neuer Größe verhalf Jobs Apple nach seiner zwölfjährigen Abwesenheit mit dem iPod, der im Jahr 2001 vorgestellt wurde. Der digitale Musikspieler wurde seither mehr als 250 Millionen Mal verkauft. Der nächste große Wurf gelang mit dem iPhone. Das Smartphone stellte den Handymarkt auf den Kopf und fand zahlreiche Nachahmer. Zuletzt brachte Apple Bewegung in das zwischenzeitlich längst abgeschriebene Tablet-Geschäft und kreierte mit dem iPad einen neuen Markt.

Branchenexperten beschrieben Steve Jobs als treibende Kraft hinter Apples strategischer Ausrichtung. Der im Alter von 56 Jahren am Mittwoch verstorbene Jobs hat eine steile Karriere hinter sich. Der Sohn von Adoptiveltern startete zusammen mit seinem Freund Steve Wozniak in den späten 70er Jahren in der Familiengarage die Apple-Erfolgsgeschichte.

Der zweite Computer - der Apple II - brachte einen Technologiesprung und zeigte bereits das Potenzial der damals kleinen Firma. Mit dem Börsengang 1980 wurde der Studienabbrecher zum Multimillionär. 1983 warb er um den Pepsi -Chef John Sculley für den Vorstandsposten mit der Frage: „Willst du den Rest deines Lebens damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen oder willst du eine Chance, die Welt zu verändern?“

Ein Jahr später kam der Macintosh auf den Markt - der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Nach Differenzen mit Sculley und einem Machtkampf mit dem Direktorium verließ Jobs 1985 den Konzern und gründete die Firma NeXT. Diese wiederum wurde von Apple später gekauft und brachte den Konzern-Mitbegründer wieder ins Herzen des Konzerns mit dem angebissenen Apfel als Logo.

Neben Apple fand der Buddhist und mehrfache Vater noch Zeit, das Animationsstudio Pixar mitzugründen. Der Produzent von „Toy Story“ oder „Ratatouille“ wurde von Walt Disney gekauft, wo Jobs Mitglied des Verwaltungsrats und größter Einzelaktionär wurde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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