Zunahme der Mobilfunkkunden
Telekom Austria verdoppelt Jahresüberschuss

Wegen des intensiveren Wettbewerbs und höherer Roaminggebühren hat Telekom Austria auch 2010 weiter an Umsatz verloren und damit auch operativ weniger verdient. Trotzdem konnte der Konzern seinen Gewinn verdoppeln.
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Wien.

Der intensivere Wettbewerb und Regulierungsmaßnahmen werden 2011 das Geschäft der Telekom Austria weiter belasten. "Der wettbewerbsbedingte Druck auf die Erlöse wird uns auch in Zukunft begleiten", sagte Hannes Ametsreiter, Chef des Ex-Monopolisten, am Mittwoch. Der Ausbau von Breitband-Diensten und der Erfolg der Smart Phones sollen die erwarteten Umsatzrückgänge kompensieren.

In Zahlen gegossen heißt das: Der Konzernumsatz soll 2011 bei 4,6 Milliarden Euro stagnieren. Um den Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) bei 1,6 Milliarden Euro stabil zu halten, müsse der Konzern sparen, sagte Ametsreiter.

"Nach den Umstrukturierungen fokussieren wir heuer auf die operative Performance und damit auf Themen wie Konvergenz, Ausbau des Netzes und Smart Phones", sagte er.

Die Telekom Austria ist nicht das einzige Unternehmen in der Branche, das mit einem stagnierenden Geschäft kämpft. Erst vergangene Woche hatte die Swisscom einen verhaltenen Ausblick gegeben. Die Deutsche Telekom wird am Freitag Zahlen vorlegen. Experten erwarten bei dem Bonner Konzern ein rückläufiges Ebitda.

Das Problem der Branche ist die zunehmende Sättigung der Märkte. Zwar hat die Telekom Austria eine Million neue Kunden im Mobilfunk gewonnen und hat nun 19,9 Millionen Kunden. Die Preise in Österreich, Bulgarien und Kroatien waren aber weiter unter Druck. Nur in Weißrussland und in den noch relativ neuen Märkten Serbien und Mazedonien gab es ein leichtes Umsatzwachstum.

Eine Trendumkehr gelang der Telekom Austria zumindest im inländischen Festnetzmarkt: Mit Bündelprodukten - Festnetz, Internet und Telefon - wurde erstmals wieder ein leichtes Plus bei den Anschlüssen erzielt, während etwa die Deutsche Telekom laut den Wienern 5,7 Prozent Festnetzanschlüsse verlor.

2010 hat der Wettbewerb und die Regulierung an den Erträgen der Telekom Austria geknabbert. Die TA erlöste 4,65 Milliarden Euro, ein Rückgang von 3,1 Prozent. Das Ebitda fiel um neun Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. 47 Millionen Euro allein kostete die TA die verordnete Senkung der Verbindungsentgelte.

In den Jahren 2011 bis 2013 dürften weitere 175 Millionen Euro aus diesem Titel das Ebitda belasten, sagte Ametsreiter.

Unter dem Strich verdoppelte der Konzern aber den Gewinn auf 195,2 Millionen Euro, nach 94,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Ursache dafür ist aber nicht das operative Geschäft, sondern Abschreibungen auf die Töchter in Weißrussland und in Serbien, die 2009 verbucht worden waren. Für 2010 wird die Telekom wie angekündigt eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie ausschütten.

Die Zukunft liege in Breitbanddiensten und bei Smart Phones, sagte Ametsreiter. 2010 waren ein Viertel aller neuen Handys der Telekom Austria Smart Phones. Benutzer dieser Generation von Geräten brächten auch mehr Umsatz, weshalb der Ausbau des Netzes dafür vorangetrieben werden soll. Wiederum an die 750 Millionen Euro investierte der Konzern in diesem Jahr, so Ametsreiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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