
New York/Los AngelesDie Tage des bisherigen Medienimperiums von Rupert Murdoch sind gezählt: Am 28. Juni soll die seit Monaten vorbereitete Aufspaltung seiner News Corporation über die Bühne gehen.
Die Fernsehsender und Filmaktivitäten laufen dann unter dem Namen 21st Century Fox. Die Verlagssparte mit dem Flaggschiff „Wall Street Journal“ oder den britischen Zeitungen „Times“ und „Sun“ wird den alten Firmennamen weiterführen. Beide sollen an der Börse mit unterschiedlichen Tickersymbolen gehandelt werden.
Es entstünden zwei führende Unternehmen in ihren Branchen, erklärte Murdoch am Freitag am Sitz in New York. Zuvor hatte der Verwaltungsrat der Aufspaltung seinen offiziellen Segen gegeben. Das war allerdings reine Formsache: Der Altmeister des Mediengewerbes ist nicht nur Chef, sondern auch Hauptaktionär des Konglomerats.
48,7 Milliarden Euro
39,1 Milliarden Euro
32,9 Milliarden Euro
26,2 Milliarden Euro
22,4 Milliarden Euro
22,4 Milliarden Euro
16,8 Milliarden Euro
16,1 Milliarden Euro
13,3 Milliarden Euro
11,1 Milliarden Euro
Cox Enterprises 10,6 Milliarden Euro
Thomson Reuters 10 Milliarden Euro
Rogers Comm. 9,7 Milliarden Euro
Liberty Media Corp. 9,4 Milliarden Euro
Reed Elsevier 7,5 Milliarden Euro
Pearson 7,5 Milliarden Euro
Lagardère Media 7,4 Milliarden Euro
Nippon Hoso Kyokai 6,4 Milliarden Euro
ARD 6,3 Milliarden Euro
Bloomberg 6,2 Milliarden Euro
Quelle: Unternehmen
Hintergrund der Aufspaltung sind der Abhörskandal um die eingestellte britische Sonntagszeitung „News of the World“ sowie die eingetrübten Aussichten für Printpublikationen. Dagegen läuft das Fernsehgeschäft, zu dem auch Sky Deutschland gehört, prächtig. Murdochs Macht wird durch die Aufspaltung nicht beschnitten: Er wird den größeren Fernsehzweig als Chef führen und als Vorsitzender des Verwaltungsrats auch die Geschicke der Verlagssparte bestimmen.
Der Vorstand beschloss am Freitag zudem einen Schutzplan für seine Aktionäre, mit dem in der Phase direkt nach der Trennung eine feindliche Übernahme verhindert werden soll. Der Plan, „Giftpille“ genannt, wird es jedem Investor erschweren, mehr als 15 Prozent der stimmberechtigten Anteile von jeder der beiden neuen Firmen bis zu einem Jahr nach der Spaltung zu kaufen. Das wird erreicht, indem den Altaktionären die Möglichkeit gegeben wird, Aktien zum halben Preis zu kaufen, wenn die 15-Prozent-Schwelle erreicht ist.
Das wiederum ermöglicht dem Unternehmensgründer Rupert Murdoch, weiter Aktien hinzuzukaufen, um mit 40 Prozent der stimmberechtigten Anteile seine Kontrolle über beide neue Unternehmen zu behalten.