Zusätzliche Anteile: Telekom pokert bei slowakischer Tochter

Zusätzliche Anteile
Telekom pokert bei slowakischer Tochter

Die Deutsche Telekom hält 51 Prozent an Slovak Telekom, dem größten Telefon-Unternehmen der Slowakei. Nun will die dortige Regierung ihren Anteil zu Geld machen. Die Bonner fürchten um ihre Vormachtstellung.
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Prag/FrankfurtDie Deutsche Telekom ringt mit der slowakischen Regierung um die alleinige Kontrolle über das größte Telefon-Unternehmen des Landes. Die Aktienmehrheit an dem ehemaligen Staatsmonopolisten Slovak Telekom liegt bei den Bonnern, die Regierung in Bratislava will nun den Restanteil von 49 Prozent versilbern und mit den Einnahmen den Haushalt aufbessern. Der Dax-Konzern habe eine Vereinbarung unterzeichnet, der zufolge das Land seinen Anteil an Slovak Telekom verkaufen dürfe, sagte der slowakische Wirtschaftsminister Tomas Malatinsky am Freitag. Das Wort der Deutschen ist gewichtig, da sie ein Vorkaufsrecht für den Anteil haben. Und den Vorteil gibt das Unternehmen nicht aus der Hand.

Die Deutsche Telekom unterstütze die slowakische Regierung bei ihrem Vorhaben, die Beteiligung möglicherweise an einen Dritten zu veräußern oder einen Börsengang einzuleiten, sagte ein Konzernsprecher. "Vor diesem Hintergrund wahrt die Deutsche Telekom all ihre mit der Aktionärsvereinbarung verbundenen Rechte." Das heißt im Klartext: Die Telekom schließt trotz der jüngsten Vereinbarung einen späteren Kauf der Staatsbeteiligung an Slovak Telekom nicht aus. Die Entscheidung dürfte akut werden, wenn die Slowakei einen Käufer für ihr Aktienpaket findet - in dem Fall müsste nämlich erst die Telekom ihr Okay geben.

Die Komplett-Kontrolle über die 4000 Mitarbeiter starke Slovak Telekom würde gut in die Strategie der Rheinländer passen, ihre Position in Osteuropas auszubauen. Sie sind hier schon in vielen Ländern vertreten, von Polen bis auf den Balkan. Jüngste Transaktion: Für 800 Millionen Euro kaufte der Dax-Konzern Anfang der Woche von einem Finanzinvestor die restlichen 40 Prozent an dem Mobilfunkanbieter T-Mobile Czech Republic. Und im November kauften die Deutschen für eine halbe Milliarde Euro die Warschauer Telekomfirma GTS Central Europe, die schnelle Internet-Anschlüsse anbietet und Rechenzentren betreibt. Slovak Telekom erzielte 2012 bei 840 Millionen Euro Umsatz einen operativen Gewinn von 350 Millionen Euro. Auf so gut wie allen Märkten Osteuropas steht die Deutsche Telekom wegen der Wirtschaftskrise unter Druck. In den ersten neun Monaten 2013 schrumpfte die entsprechend Sparte um fünf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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