Zuversicht für 2004/05 wächst: Carl Zeiss sieht sich auf gutem Weg

Zuversicht für 2004/05 wächst
Carl Zeiss sieht sich auf gutem Weg

Angesichts des bisher abgemilderten Abschwungs in der Chip wächst beim Elektronikkonzern Carl Zeiss der Optimismus für das laufende Geschäftsjahr.

HB FRANKFURT. „Die Carl-Zeiss-Gruppe ist auf dem Weg zu neuem Wachstum“, sagte Vorstandschef Dieter Kurz am Mittwoch in Frankfurt. Für das Geschäftsjahr 2004/05 (zum 30. September) rechne Zeiss mit einem Umsatzzuwachs in der Größenordnung von fünf bis sechs Prozent. Noch im Dezember hatte der Konzern mit einem allenfalls stagnierenden Umsatz gerechnet. Der erwartete Abschwung in der Halbleitertechnik habe sich verzögert. Die Branche, für die Carl Zeiss Objektive zur Chip-Produktion liefert, werde sich zwar in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres abschwächen, doch seien Kunden wie ASML weiter bereit, in neue Technologie für die nächste Chip-Generation zu investieren: „Die Industrie erwartet keinen Absturz wie 2001, sondern eine weiche Landung.“

In den ersten drei Monaten, von Oktober bis Dezember 2004, kletterte der Umsatz um neun Prozent auf 571 Mill. €. Der Auftragseingang legte um zwei Prozent auf 589 Mill. € zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich fast auf 61,6 (Vorjahr: 31,8) Mill. €.Eine Ergebnisprognose für das ganze Geschäftsjahr 2004/05 wollte Kurz nicht geben. Die operative Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen soll binnen fünf Jahren auf zehn von zuletzt 5,4 % steigen.

2003/04 hatte sich der Ebit-Gewinn auf 116 (37) Mill. € mehr als verdreifacht. Der Jahresüberschuss lag bei 77 (16) Mill. €. Darin habe Zeiss auch die 33 Mill. € teure Einigung im Streit um die Nutzung von Patenten für Lithografie-Optiken des japanischen Konkurrenten Nikon verarbeitet, sagte Finanzchef Michael Kaschke.

Der Umsatz des Carl-Zeiss-Konzerns hatte sich 2003/04 um fünf Prozent auf 2,14 Mrd. € erhöht. Umsatztreiber waren die Chiptechnik (plus 25 %) und opto-elektronische Systeme (plus 17) wie Beamer-Objektive, die vom Heimkino-Boom profitierten. 2005 will Carl Zeiss einen Beamer in Handy-Größe auf den Markt bringen. Dagegen leidet das Brillenglas-Geschäft weiter unter den Folgen der Gesundheitsreform.

Im Dezember hatte Carl Zeiss angekündigt, seine Markenoptik- Sparte mit dem US-Konkurrenten Sola zusammenzulegen und mit rund 800 Mill. € Umsatz unter die weltgrößten drei Hersteller von Brillengläsern aufzusteigen. Die französische Essilor ist mit mehr als zwei Mrd. € Umsatz unerreichbar, doch ziehen Zeiss und Sola mit der Nummer zwei, der japanischen Hoya, in etwa gleich. Der schwedische Finanzinvestor EQT übernimmt 50 % an dem entstehenden Gemeinschaftsunternehmen.

Die Liquidität werde durch die Fusion kaum belastet, sagte Finanzchef Kaschke. Die bis September 2004 auf 672 Mill. € angewachsene Netto-Liquidität soll Carl Zeiss weitere Akquisitionen ermöglichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%