Zwang zum Zukauf OTE: Telekom kauft weitere fünf Prozent über Marktwert

Die Deutsche Telekom kauft für 674 Mio. Euro weitere fünf Prozent an ihrer griechischen Beteiligung OTE. Der Festnetz- und Mobilfunkanbieter ist für die Bonner vor allem deshalb interessant, weil er vier Töchter in Südosteuropa besitzt. Doch den neuerlichen Zukauf muss die Telekom teuer bezahlen.
Die Deutsche Telekom will mit dem Einstieg bei der griechischen OTE ihre Position in Südosteuropa deutlich ausbauen. Quelle: dpa

Die Deutsche Telekom will mit dem Einstieg bei der griechischen OTE ihre Position in Südosteuropa deutlich ausbauen.

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Mit dem weiteren Zukauf von OTE-Aktien durch die Telekom lösen die Griechen eine Put-Option ein, die noch bis Herbst gültig war. Diese Option verpflichtet den Bonner Konzern, weitere fünf Prozent der Aktien zu dem fest vereinbarten Preis von 27,50 Euro je Aktie zu kaufen, wenn Athen die Anteile verkaufen will. Die Option hat der deutsche Marktführer bei seinem Einstieg im Mai vergangenen Jahres mit dem griechischen Staat als OTE-Großaktionär vereinbart.

Der Festnetz- und Mobilfunkanbieter OTE ist für die Deutsche Telekom vor allem deshalb interessant, weil er vier Töchter in Südosteuropa besitzt: Albanien, Serbien, Bulgarien und Rumänien. In diesen Ländern war die Telekom bislang noch nicht vertreten. Der deutsche Marktführer hat Osteuropa und den Balkan aber zum Schwerpunkt seiner Auslandsaktivitäten erkoren und besitzt unter anderem Töchter in Polen, Tschechien und Ungarn. In der Region ist das Wachstum noch größer als in den gesättigten Märkten der meisten westlichen Industrienationen.

Den neuerlichen Zukauf bei OTE muss die Telekom teuer bezahlen: Der Preis von 27,50 Euro liegt weit über dem aktuellen Kurswert der Hellenen. Der ist mit knapp zwölf Euro nicht einmal halb so hoch. Das bedeutet, dass die Telekom für die neuen Aktien rund 385 Mio. Euro mehr zahlt als deren gegenwärtiger Marktpreis.

Die griechische Regierung besitzt noch eine weitere Put-Option. Der Verkaufspreis dafür ist aber an ein Berechnungsmodell gebunden, dass sich nach dem aktuellen Marktpreis richtet.

Schon im vergangenen Jahr haben Analysten die Telekom wegen des hohen Preises kritisiert, den sie für den damals übernommenen OTE-Anteil gezahlt hat. Der Bonner Konzern bezahlte im Frühjahr 2008 durchschnittlich 25,50 Euro je Aktie für ein Viertel an OTE. Insgesamt lag der Kaufpreis bei 3,2 Mrd. Euro und war damit seit Jahren die größte Auslandsbeteiligung des deutschen Marktführers.

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